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Die Arbeitsbiene mag nicht mehr arbeiten

Ich habe das getan, was man in diesen wirtschaftlich ungewissen Zeiten wohl eher nicht machen, jedoch nach den derzeitigen Arbeitnehmer-Zumutungs-Verhältnissen ruhig mal öfter tun sollte: Ich habe gekündigt. Den Laden hingeschmissen. In den Sack gehauen. Und bin so zufrieden, wie damals als Kind am Weihnachtsabend nach der Bescherung.

An meinem letzten Arbeitstag stratzte ich, nach einem feucht-laschen Händedruck des Chefs, mit einem kleinen Karton unter dem Arm aus der Tür und radelte nach Hause. Alles ganz kurz und schmerzlos. Zwei Jahre Wolle aus dem Schlüpfer arbeiten, unbezahlte Überstunden, Dauerdienst an sieben Tagen in der Woche, kaum Urlaub, kein Privatleben und ein Gehalt, bei dem einen jede Bäckereifachverkäuferin mitleidig belächeln würde. Statt eines Dankeschöns, dass man sich physisch und psychisch so hat runterputzen und fertig machen lassen, zu erwarten, sollte man sich seinerseits nochmal in aller Form beim charmanten Arbeitgeber für seinen Großmut bedanken. Danke, für diese moderne Form der Sklaverei und Leibeigenschaft. Wirklich. Ganz außerordentlich liebreizend.

Man bekommt keinen Orden für die Arbeit, die man Tag für Tag erledigt, für die man sich abstrampelt und so viel Herzblut investiert. Und das muss auch gar nicht. Als Arbeitnehmer möchte man doch gar nicht viel. Ab und an ein „Dankeschön“, hin und wieder ein „Gute Arbeit“, manierliche Umgangsformen, am 1. das Gehalt auf dem Konto, einen freien Tag in der Woche und eine Kaffeemaschine wäre auch nett. Mehr möchte man ja gar nicht. Ein bisschen Pflege. Ein bisschen Respekt. Ein bisschen Getätschel. Aber solange das schon zu viel ist, wird es auch wirtschaftliche die Rolltreppe immer weiter bergab gehen.

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