Es ist widerlich. Diese immense Anzahl an Suchtkranken, die sich um einen breit machen und man weiß nicht mehr wohin. All diese psychisch labilen Wracks, die einen vollqualmen, anlallen, ansporteln, einen drängen mit zu kiffen, oder die einem ihre spitzen Knochen entgegen halten. Bald werde ich wohl nach Usbekistan in ein Baumhaus auswandern müssen.
Die Sucht dieser Leute ist dabei gar nicht das Schlimmste, sondern deren Auswüchse. Damit meine ich in erster Linie die Therapie-Gespräche, die ich unentgeltlich mit solchen Freaks führen muss, weil ich ja auf irgendeine Art (Freundschaften lehne ich kategorisch ab) mit diesen Menschen verbunden bin. Hätte ich für jedes Gespräch zehn Euro verlangt, könnte ich jetzt eine Herren-Boutique in Wuppertal eröffnen und müsste mir keine Gedanken um einen Job machen.
Da qualmt dich der Raucher an und spricht von der Leere, die er ohne Glimmstengel empfindet. Von dieser Leere manövriert er geradewegs auf seine schlechte Kindheit zu, wo das ganze Dilemma angefangen hat. Natürlich hat er seine erste Zigarette nicht aus freien Stücken angezündet, sondern der Gruppenzwang hat ihn dazu getrieben und freilich lockte die Coolness. Aufhören sei nun schwierig, weil man dann ja einen Ersatz brauche und fürchte, dass dieser in Naschwerk zu finden sei. Und für eine gesunde Lunge möchte man schließlich keinen dicken Arsch riskieren.
Über den Quartals-Säufer gibt es eigentlich kaum etwas zu sagen, da er selber kaum ansprechbar ist – schon gar nicht am Wochenende. Wenn er denn dann mal Lust hat zu quatschen, tut er dies ohne Rücksicht auf Tageszeiten und die eigene körperliche Verfassung. Anrufe in den frühen Morgenstunden oder auch Besuche muss man in Kauf nehmen, denn auch dieses arme Wesen hat eine schlimme Kindheit durchgemacht oder zumindest gerade eine Trennung hinter sich. Irgendein Grund lässt sich bei dieser Spezies immer finden: Hauptsache, es knallt!
Der Sportler, der nachts um den Block läuft und sich riesig fühlt, benimmt sich leider auch seinen Mitmenschen gegenüber so. Frei nach dem Motto: Wer keinen Sport macht ist doof. Und wenn Sport keinen Schweiß verursacht ist es auch keine echte sportliche Tätigkeit, die man ausübt. Diskutieren ist zwecklos, da der Sportler so viel trainiert, dass dummer Weise wenig Zeit für geistige Ertüchtigungen bleibt. Wenn er denn mal einen geraden Satz herausbringt, der nicht von Sportler-Drinks und den neusten Fitness-Kursen handelt, dann hört man deutlich heraus, dass man in all dem einen Ausgleich zu einem miesen Alltag, sprich Berufsleben, sucht. Diese Menschen werden oft gemobbt oder fühlen sich verfolgt (deswegen auch das viele Gerenne).
Die Kiffer sind die Schlimmsten. Denn Kiffen macht ja bekanntlich dumm (endlich gibt es Studien, die das belegen, was ich in der Praxis schon immer festgestellt habe). Es gibt drei Arten von Kiffern. Der eine grinst breit und lebt im Off. Der zweite Typ Kiffer gickert und findet sogar plötzlich den Mond und die Sterne ultra lustig. Und der letzte ist entweder depressiv oder latent aggressiv. Auf jeden Fall labern einem die beiden letzten eine Frikadelle ans Ohr und sprechen auch mal gerne die großen Ungerechtigkeiten der Welt an, weil sie meinen plötzlich den absoluten Einblick zu haben. Entweder kiffen Leute, weil es ihnen zu gut geht und sie sonst nichts wissen mit sich anzufangen, weil sie in der Gruppe schlecht Nein sagen können, oder weil sie gerade in einer Scheiß-egal-Phase sind (die dauert bei manchen ein ganzes Leben).
Zum letzten Grüppchen ist auch nicht viel zu sagen. Denn zum einen sieht man sie ja kaum und sie haben mit abnehmendem Gewicht auch immer weniger zu sagen. Mittlerweile gibt es ja so viele Formen von Essstörungen, wie Joschka Fischer und Gerhard Schröder zusammen Frauen hatten, dass man gar nicht mehr durchblicken kann und möchte. Das Schlimme ist, dass man sich geduldig jahrelang alles, von den Hänseleien in der Schule bis zum gestörten Verhältnis zur Mutter, anhört und dann glaubt geholfen zu haben. Aber anstatt einer Besserung geschieht genau das Gegenteil. Das Wissen um die seelischen Baustellen, soll nun den momentanen Zustand entschuldigen. Verständnis wird eingefordert, das aber dann bei einer Körpergröße von 1,75 m und einem Gewicht von 40 Kilo ein Ende hat. Nicht nur äußerlich ist von diesem Menschen kaum etwas übrig, auch charakterlich erkennt man ihn nicht mehr wieder. Lügen wird zum Opium. Nicht zu essen ist ein Triumph, über sich und über alle anderen. Und irgendwann nach Jahren muss man einsehen, dass ein guter Freund in diesem Falle gar nichts wert ist.
*Zitat: Goethe
Das ist mir jetzt doch ein wenig zu zwinglianisch ;-)
Ich meine, so ganz ohne Substanzen durchs Leben…
aha…da spricht wohl der kiffer!:O)))
Nee, er ist bekennend stricksüchtig http://lanu.blogger.de/stories/1023825/#1025951
Kiffen ist nicht gut –
Kiffen macht lange Haare.