Es gibt Leute, auf die kann man ganz getrost verzichten. Auf Teile der deutschen Schauspieler-Zunft zum Beispiel. Es will wirklich niemand hören, ob Frau Ferres oder Herr Ferch nach einem abgedrehten Film “im Herzen barfuß” waren oder nicht. Schon allein für diese schäbige Reminiszenz an Rosamunde Pilcher müsste man Ohrfeigen verteilen.
Aber statt sich dämlich mit solch verbalem Weichspüler vorzukommen wird fröhlich weitergemacht. Denn ein Schauspieler kann nicht nur schauspielern. Er/ Sie/ Es kann Bücher schreiben, eine eigene CD aufnehmen und Regie führen. Sie können vorbildlich ihre Kinder erziehen (die meist schlauer sind als alle anderen Kinder), sie machen Werbung, tanzen in einem Musical mit, demonstrieren für den Weltfrieden und engagieren sich ganz arg für Benachteiligte, nach dem Motto: Tue Gutes und sprich darüber, dann ist es noch gütiger. Sie können auch prima bei Kerner/ Jauch/ Gottschalk/ Beckmann/ Will/ Christiansen/ Illner/ Maischberger (etc.) sitzen und sich bar jedes Wissens großmäulig zu Politik/ Tagesgeschehen/ Wirtschaft/ Soziologie und Kultur äußern.
Das eigentlich Schlimme hierbei ist, dass sich manche Menschen tatsächlich von diesem Geschwätz etwas annehmen. Und bei der nächsten Wahl lieber nicht Angela Merkel wählen, weil der oder die gesagt hat, dass Angie doof aussieht und auch keine gute Politik machen kann. Frau Merkel könnte man aus den vielfältigsten Gründen nicht wählen und doch fällt einem Schauspieler nur der eine Grund ein: Eine seltsame Frisur kann keine gute Politik machen. – Die Menge johlt.
Solche Ansichten von Schauspielern hört man oft. Sie haben ein Talent in ihrem Beruf lange Dialoge auswendig zu lernen, aber kaum sollen sie allein ein komplexes Themenfeld analysieren und sich dazu äußern, kommen sie über einen simplen Satz nicht hinaus. Da ein Schauspieler aber nur selten Zeit hat über sich selber nachzudenken, glaubt er weiter, dass er alles kann und weiß. Quasi wie Gott. Nur der tut einem wenigstens noch den Gefallen nicht ständig bei “Wetten … dass?” rumzuhängen.