Wunderliche Schäfchen

December 1st, 2008 § 2 comments § permalink

Manchmal wundere ich mich. Es kommt nicht oft vor, aber manchmal eben schon. So las ich in einem Fürbitten-Buch vor ein paar Tagen in einer Kirche folgende Worte: „Ich wünsche mir für die Regelung der bevorstehenden Erbschaftsangelegenheiten  eine  konfliktfreie und gerechte Lösung.“

Den Eintrag, in dem für eine gute Zeit in irgendeiner JVA gebeten wurde, überflog ich noch kurz, bevor ich begann den Fragezeichen, die im und um meinem Kopf schwebten Worte voran zustellen. Zuerst wunderte ich mich, dass die Menschen sich anscheinend tatsächlich trauten den lieben Gott mit so einem Mist zu behelligen. –Der alte Mann hat nun wirklich genug und vor allem wichtigeres zu tun!

Ich würde mich in Grund und Boden schämen so etwas auf Papier zu bannen. Wenn es da so steht, sollte es einem doch noch dümmer und nichtiger vorkommen, als es im Kopf –vor allen verborgen- mit sich herum zu tragen. Bei Geld hören  aber anscheinend nicht nur Freundschaft, sondern auch der gute Tun und die Benimm-Regeln der Christen auf.

Ich bin vielleicht nicht besonders gläubig –zugegeben. Vielleicht ist das bei den Katholiken ja auch alles anders und Gott kneift alle Augen zu, wenn ihn jemand um so etwas bittet. Ich jedoch dachte bislang, man kontaktiert den alten Herrn, wenn gar nichts mehr geht. Das letzte Mal, als ich Gott um etwas gebeten habe, ging es um das Leben eines totkranken Menschen. Aber vielleicht hat sich diese ganze Fürbitten-Sache im Laufe der Jahre auch geändert und ich bin da nicht mehr ganz auf dem Laufenden. Amen.

Where am I?

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