Küsschen, Küsschen

In einem kleinen bretonischen Örtchen namens Guilvinec dürfen Kindergartenkinder und Grundschüler sich seit Mittwoch nicht mehr mit den obligatorischen Küsschen auf die Wange begrüßen.

Schuld daran: Die Schweinegrippe. War ja klar. Seit ein paar Monaten muss die ja scheinbar für Alles hinhalten. Menschenansammlungen? Bitte vermeiden, wegen Schweinegrippe. Mallorca-Urlaub? Kritisch, wegen der Schweinegrippe. Falls aber nicht anders möglich: Bitte nicht aus einem Sangria-Eimer trinken. Mundschutz? Bitte „ja“, wegen der Schweinegrippe (und nicht etwa, um sich schlichtweg lächerlich zu machen). Oliver Pocher und Sandy Meyer-Wölden? Daran kann auch nur die Schweinegrippe Schuld sein.

Was sollen nun gerade die Kleinsten der Franzosen ohne ein Begrüßungsküsschen anfangen? Ich meine, wir reden hier von Franzosen. Den Klischee-Klamauk mal beiseite geschoben. Aber Franzosen, die sich nicht mit einem Küsschen links, Küsschen rechts begrüßen werden sozial isoliert. Also: Damit die lieben Kleinen ihren natürlichen Emotionen freien Lauf lassen können, hat die Schule einen Kuss-Briefkasten aufgestellt. So können sich die Kinder gegenseitig Herzen aus Papier basteln und anschließend schicken. Und das alles dank der Schweinegrippe…

  

September 12, 2009

Pur(e) Werbung

Sie sind wieder da und man weiß nicht, ob man sich freuen oder lieber wieder ganz tapfer sein soll. Die deutsche Schmuse-Band der 90er Jahre, Pur, veröffentlicht gerade ihr neues Album. Und Hartmut Engler, der Sänger, rührt wieder ganz emsig die Werbetrommel. Dieses Mal allerdings auf eine recht – sagen wir mal unkonventionelle – Art, Marke: Einzelschicksal.

So tingelt er durch die Promi-Sparten bei RTL, Pro 7 und Sat1 und spricht über sein schlimmes Jahr 2008: Depressionen, Alkohol, traumatische Trennung von der Lebensgefährtin, Entzugsklinik, Hallo-Pipapo. Er hatte alles. Das ganze Programm. Armer Hartmut.

Irgendwie erschüttert einen in solchen Momenten ganz kurz, dass das auch ganz normale Menschen zu sein scheinen. – Doch Halt! Gerade bevor man ein bisschen Quoten-Mitleid locker machen wollte, stutzt man unwillkürlich. Denn der Hartmut erzählt mit nassem Hundeblick plötzlich, dass er sich nach vier Wochen selbst aus der Klinik entlassen hat, weil er dort immer nur Autogramme schreiben musste. Ist ja klar: Menschen, die in einer Suchtklinik sind, haben den ganzen Tag nichts anderes zu tun, als Uralt-Promis wegen Autogrammen anzudrängeln.

Ach ja, und dann meint der Hartmut, dass er heute gar kein Problem mit Alkohol mehr hätte. Bier und Wein wären nie das Problem gewesen und Schnaps hätte er ohnehin nie gemocht. Aha. Was genau war denn dann das Alkoholproblem? Aufwendige Cocktails? „Mon Chérie“ oder „Edle Tropfen in Nuss“? –Und die furchtbare Trennung von der Freundin hat er auch ganz gut überstanden. Nach noch nicht einmal einem Jahr wohnt schon wieder ein neues Fräulein bei ihm, nahe Hochzeit nicht ausgeschlossen. Chapeau Hartmut, dass Du Dein Leben, das so arg aus der Spur war, wieder auf die Reihe bekommen hast! Bewundernswert! – Wie hieß noch mal die neue CD? „Wünsche“? Da kann man nur wünschen, dass der Hartmut in Zukunft nicht wieder in den großen Bottich „Übertreiben für Anfänger“ fällt.

September 12, 2009

Sommerloch-Liebe

Die Zeiten sind mies. Ausgerechnet jetzt haben sich zwei, zeitlich gut auf das Sommerloch abgestimmt, dazu entschlossen ein Kind auf dieses Erdenrund zu setzen. Sandy Meyer(-ich-designe-angeblich-Schmuck-und-kann-sonst-nichts)-Wölden und Oliver(-ich-durfte-mal neben-Harald-Schmidt-sitzen)-Pocher werden Eltern.

Schon lange vor der freudigen Nachricht hatten beide bereits medial flächendeckend  debil in jede Kamera gelächelt und so schöne Sachen im Rosamunde-Gedächtnis-Stil gesagt, wie: „Man muss sich Zeit geben, um sicher zu sein, dass man zusammen passt“. Fünf Monate Beziehung (oder Bekanntschaft) sind offensichtlich Zeit genug, um im dritten Monat schwanger zu sein. Immerhin ist Sandy Meyer-Wölden nun schon ganze zwei Monate länger mit Pocher zusammen, als seinerzeit mit Boris Becker.  Das lässt auf eine günstigere Prognose hinsichtlich des Haltbarkeitsdatums dieses medialen Königspaares hoffen. Schließlich sagte er einst liebevoll über sie: „Für Sandy trifft die Redensart zu: Zu jung zum Sterben, zu alt für Lothar Matthäus“.

Das muss Liebe sein.     

September 12, 2009

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