Gruppenkuscheln

Ja, so ist er halt, der Hans. Der Joachim. Der Watzke. Seines Zeichens Borussia Dortmund-Geschäftsführer. Da regt er sich vor heimischem Publikum in der letzten Woche bei der Aktionärsversammlung in der altehrwürdigen Westfalenhalle über Retorten-Vereine wie Hoffenheim und Wolfsburg auf, die die „Sahne aus dem Thema lutschen“ und löst damit eine hitzige Debatte aus. Er sei nun schuld daran, dass Dietmar Hopp, Hoffenheim-Gold-Esel vom Dienst, hemmungslosen Anfeindungen der Dortmunder Fans ausgesetzt sei. Hat der Mann denn nichts aus dem Schicksal Robert Enkes gelernt, fragen die moralisch fehlgeleiten Sportredakteure der vereinigten Lokalzeitungen über die Grenzen Lütgendortmunds, Dorstfelds, Schwerte und Unnas hinaus. – In Dortmund würde man sagen: „Habt ihr eigentlich noch alle Latten am Zaun?“ Klappern gehört zum Geschäft und der Hopp kann’s ab. Den juckt es nicht, wenn ein paar Jüngelchen ihre zweifelhafte Kreativität auf Plakaten entfalten. Darf bald nur noch mit gepolsterten Samt-Torwarthandschuhen gespielt werden und die rote und gelbe Karte wird vielleicht bald durch die „Stille Treppe“ ersetzt, während bei Verletzungen am Spielfeldrand statt dem Eisspray der Physiotherapeut zum Einsatz kommt, der einfach mal pustet, bevor er ein Sponge-Bob Pflaster aufklebt. Statt nach einem bösen Foul „Du Arsch“ zu sagen, legt der Gefoulte kurz sein Seelenleben dar und erklärt: „Du, das fand‘ ich aber jetzt nicht so schön von dir. Das würde ich gern bei einem grünen Tee mit dir bequatschen“. Das kann doch keiner wollen! Und mal ehrlich: Die Dortmunder Fans sind für ihre liebevollen Anfeindungen einzelner Teammitglieder bekannt. Wie lange musste sich Olli Reck im Westfalenstadion nicht enden wollende „Schießbuden-Olli“-Rufe anhören, und Oliver Kahn hat den regelmäßigen Bananenregen auf sein Tor zum Ende seiner Karriere schließlich auch akzeptiert. Wenn die Dortmunder so etwas machen, zeigt das nur, dass sie einen irgendwie gern haben. So sind die Dortmunder und ihr (Sch)Watzke eben…

November 30, 2009

Schmankerl

Weil heute wieder einmal einer dieser Tage ist, wo man etwas Heiteres ganz besonders nötig hat, es nur nirgends finden kann, krame ich in der ewigen Bestenliste der Garantie-Lacher und werde wieder einmal fündig. Es gibt tatsächlich Geschichten von Leuten, mit denen man zwar schon ewig lange nichts mehr zu tun hat, die einem aber regelmäßig mit ihren vergangenen Missgeschicken ein Lächeln ins trübe Gemüt zaubern. Und das vorweg: Ja, ich lache über das Missgeschick anderer, gern sogar. Und: Ja, das ist vielleicht charakterlich ein bisschen fragwürdig, kratzt mich aber nicht mehr. Ich bin ein Menschen hassender Egomane. Mit Minderwertigkeitskomplexen. Ganz vielen. Mit anderen Worten: Ich bin so, wie 99 Prozent der Weltbevölkerung. Aber zurück zum Thema…
Hier also ein Schmankerl, an das ich mich spontan heute erinnerte, als ich das Malheur meines Katers von Badteppich und Fliesen großflächig entfernen musste. Ich nahm nach einem miesen Büro-Tag also einen Aufnehmer zur Hand –als das Gröbste beseitigt war- und erinnerte mich: Eine Freundin kam nach einer durchzechten Nacht in die Wohnung ihres Freundes, der Nachtschicht hatte. Sie verwechselt die Badezimmer- mit der Wohnungstür und steht plötzlich im Hausflur. „Ich war schlagartig nüchtern“, sagte sie rückblickend und beweist damit, dass Promille-Werte nur relativ sind –also relativ-. Im knappen T-Shirt und String stand sie also nachts um 5 vor der Tür und überlegte, sich in die Büsche neben dem Hauseingang zu setzen und auf ihren Freund zu warten. Vor der Tür wollte sie wegen dem seltsamen Nachbarn nicht Platz nehmen. Der Busch erschien ihr bei näherer Überlegung auch nicht allzu verlockend. Also machte sie sich auf den Weg zur Straßenbahn, um drei Stationen bis zu ihren Eltern zu fahren. Doch ohne „Beinkleider“ wollte sie es mit dem öffentlichen Personen-Nahverkehr doch nicht aufnehmen. Nur was gibt eine unwirtliche Gegend wie ein deutscher Durchschnitts-Hausflur an Textilen Ressourcen frei? Richtig! Einen alten, schengeligen Aufnehmer auf der Fußmatte des unliebsamen Nachbarn. Um halb sechs an einem lauen Frühlingsmorgen im beginnenden Berufs-Pendelverkehr in Dortmund fuhr also eine junge Frau (Philippinerin) mit einem knappen T-Shirt (auf dem ein verwaschenes Kappa-Logo zu erahnen war) und einem Aufnehmer um die schmalen Hüften geschwungen, barfuß und leicht angeschlagen in der S-Bahn. Irgendwie beruhigend, dass sich innerhalb kürzester Zeit eine Traube Menschen um sie sammelte und man besorgt fragte: „VERSTEEEEEEHEN SIIIIIIE DEUTSCH? BRAUCHEN SIIIIIIE HILLLLLFEEEEE?“ Gerade so konnte sie glaubhaft versichern, dass sie keine verschleppte Prostituierte sei und somit den Bahnfahrer davon abbringen die Polizei zu verständigen. Zum nächsten Geburtstag bekam sie einen schönen Aufnehmer mit handverziertem Strass geschenkt. Für ’s nächste Mal…-Schließlich sollte Frau in jeder Lebenslage TOP gekleidet sein….

November 18, 2009

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