Wir müssen alle sparen. Auch, wenn es ums Reisen geht. Das dachte sich wohl auch ein Reisebüro aus Prag und bietet nun kurzerhand Reisen für Plüschtiere an. Für nur 90 Euro reist das Kuscheltierchen statt dem Besitzer dann über den Globus und schickt Bilder mit den jeweiligen Sehenswürdigkeiten im Hintergrund sowie ein paar persönliche Worte per E-Mail an seinen Eigentümer.
Meine schlimmsten Erwartungen aus den 90ern werden auf diese Weise also doch noch wahr: Die Diddl-Maus wird lebendig. Und noch übler: Sie weitet ihr Wirkungsfeld aus. Bald werden Kinder in der ganzen Welt mit diesem debilen Plüsch- Mäuschen, der Geißel der 90er Jahre, herumlaufen. Eine Diddl-Manie wird erneut ausbrechen und in der Schule werden Kinder wieder Federmäppchen, Filzstifte, Schulranzen versehen mit dieser „Maus des Bösen“ tragen.
Denn das ist sie. Woher ich das weiß? In den 90ern wurde ich in der Spielwarenabteilung bei Karstadt von einer fünf Meter hoch aufgestapelten Diddl Maus-Formation begraben und das kurz nachdem ich mich wenig schmeichelhaft über diesen Nager geäußert hatte. Die dicke, 80 Zentimeter große Obermaus (der Kopf der Gang), thronte vorher ganz oben und stürzte sich im Fallen durch die 500 anderen Maus-Kollegen zielstrebig auf mich. Seither weiß ich, dass es diese treu dreinblickende Maus faustdick hinter den Ohren hat.
Und an dieser Stelle spreche ich mich ausdrücklich für härtere Einreisebestimmungen, penible Personenkontrolle und entsprechende Vermerke bei den Reisepapieren der Diddl-Maus aus, damit die „Achse des Bösen“ nicht ohne weiteres über den Globus ziehen kann.