Beerdigungen sind selten eine lustige Angelegenheit. Das liegt zum einen an unserem Kulturkreis und zum anderen an der buckeligen Verwandtschaft.
Die letzte Beerdigung, an der ich teilgenommen habe lief folgendermaßen ab: Zuerst begrüßte uns der Bestatter vor der Trauerhalle, der aussah wie eine Mischung aus Buddy Holly, Elvis und Danny DeVito. Dann schnappte sich mein kleiner Cousin den Wagen, der für die Trauerkränze gedacht war und fuhr ein paar Senioren beinah über den Haufen. Woraufhin meine Tante ihm ein paar Ohrfeigen verpasste, die ihn schließlich zum Weinen brachten. Davon fühlte sich meine andere Tante dann so angesteckt, dass sie anfing ganz fürchterlich zu schluchzen und zu weinen. Meine Mutter, meine Schwestern und ich folgten. Nach der Trauerfeier fragte Elvis uns dann, ob uns die Feier gefallen hätte (was soll man darauf antworten?- “Das nächste Mal könnte der Organist noch mal ein bisschen mehr in die Tasten hauen und der Pfarrer nicht so bedröppelt gucken, aber sonst kann man sie wirklich weiter empfehlen!”).
Beim Leichenschmaus meckerte mein Onkel über den zu laschen Kaffee, meine Mutter über den Kuchen und meine Tante über meinen Onkel, den sie ja angeblich noch nie hat leiden können. Am Ende empfahl sie meiner Tante einen guten Scheidungsanwalt und in die Feier kam plötzlich Leben…
Das eigentlich interessante waren aber die urbanen Legenden, die jeder zum Thema Tod beisteuern konnte. Meine Mutter meinte, dass wir froh sein könnten, dass der Opa nicht erst nach Sonntag beerdigt wurde, denn sonst kommt der Tod und holt den Nächsten.
Meine Tante zischte mir in der Trauerhalle zu mich ja nicht umzudrehen, denn das würde den Tod herausfordern. Mein Cousin musste alle gesammelten Blätter, Kastanien und so weiter am Ausgang des Friedhofs fallen lassen, denn “man nimmt nichts vom Friedhof mit”, meinte mein Onkel. Meine Cousine hingegen konnte dem Ganzen etwas Positives abgewinnen und verkündete, dass wenn jemand in der Familie stirbt, in den nächsten zwei, drei Jahren jemand ein Baby bekommen würde.
Ein anderer Onkel meinte, dass wir alle froh sein könnten nicht am ersten August geboren zu sein, denn dann müssten wir früh sterben. Dieser Tag sei nämlich ein Unglückstag, da an diesem der Teufel angeblich aus dem Himmel geworfen wurde.
Am Ende solcher Tage des unfreiwilligen Zusammenkommens, ist man froh, wenn man alle Benimmregeln des Aberglaubens eingehalten hat, um nicht irgendein vernichtendes Schicksal prophezeit zu bekommen.
Und ohnehin weiß ja jeder aus der Literatur: Hätte Ödipus den Orakelspruch nicht gehört und versucht dem Prophezeiten aus dem Weg zu gehen, hätte er seine Mutter nicht angegrabbelt und seinen Vater nicht erschlagen. -Also: Wenn mal wieder jemand abergläubischen Grusel zum Besten gibt, einfach weghören.
Klasse! Diese Masse an Aberglauben ist mit in der Masse mit dem Tod noch nicht begegnet. Klingt aber alles in allem nach ‘ner runden Feier. ,-)
oh, hat dein onkel dazu irgendwelche quellen? würde mich aberglaubentechnisch nämlich interessieren, was dies allenfalls für die schweiz zu bedeuten hat, die ihren geburtstag seit cirka 120 jahren am 1. august zu feiern pflegt.
…denk mal drüber nach! schau dir mal eure fahne an! ROT! …das kreuz ist natürlich nur augenwischerei…DIE SCHWEIZER-EIN VOLK DER TEUFELSANBETER!!! da recherchiere ich erst mal bis zum 1. august….und streiche meinen ausflug nach zürich…is mir zu gefährlich….