Jetzt ist es passiert. Es musste ja irgendwann so weit kommen. Ich habe mich getrennt. Ich bin also quasi getrennt lebend. Er ist weg. Unwiderruflich. Mittlerweile kann ich ganz gut damit umgehen. Darüber reden funktioniert schon wieder ganz ohne Tränen. Es ging aber auch nicht mehr anders. Gerade zum Schluss hatten wir uns klassisch auseinander gelebt. Immer der gleiche Ärger. Ich war es Leid ständig Vorwürfe machen zu müssen und am Ende doch nur wieder mit meiner nicht enden wollenden Enttäuschung da zu stehen (und das oftmals auch noch am Wochenende zur besten Spielfilmzeit). Überaus ärgerlich. Zuletzt war er einfach überhaupt nicht mehr zuverlässig. Fürsorglich habe ich mich um ihn gekümmert, ihn noch einmal beschworen: „Wir schaffen das!“ Doch die Krise warf bereits ihre traurigen Schatten auf uns. Es war schlicht zu spät. Zum Schluss hat er keinen Mucks mehr von sich gegeben. Er war völlig unbeeindruckt von meiner manchmal ruppigen Art (ich gebe zu, manchmal habe ich ihn sogar geschüttelt). Vom blanken Hass mag ich gar nicht reden. Schließlich habe ich ihm gedroht, dass ich ihn eintausche, gegen einen Neuen, Jüngeren und auch viel Schöneren. Das war ihm aber egal. Unsere Freizeit verbrachten wir schon lange nicht mehr miteinander. Dabei hatten wir durchaus gute Jahre. – Naja, aber manchmal geht eben auch der beste DVD-Player kaputt und dann muss man sich eben damit abfinden