Mein Ziehkind Benjamin hatte, wie bei kleinen Kindern üblich, seinerzeit einen etwas eigenartigen Wortschatz. Gurken waren Wurken, Bienen Bienas und statt bekloppt, zeigte der kleine Wonneproppen einen Vogel und sagte innbrünstig: „Du bist doch b-gekloppt!“.
Genau dieser Satz fiel mir Montagmorgen um sechs Uhr ein, als ich in der Schlange der Vorverkaufsstelle des BVB mit meinem Cousin stand und darauf wartete ab halb neun eine Dauerkarte für die kommende Saison zu erwerben. Nicht nur, dass ich b-gekloppt war, hier um diese unchristliche Zeit mit meinem Garten-Camping-Stuhl zu stehen. Nein, auch und vor allem diejenigen, die schon seit gestern Abend ihre Zelte aufgestellt hatten waren noch viel b-gekloppter als ich. Im Grunde also a-gekloppt.
Die Stimmung war friedlich, bis die Eingangstür in greifbare Nähe kam. Doch dann unternahm ein sorgloser Jüngling den Versuch sich vorzudrängeln und rechnete nicht mit der mutigen Gegenwehr einer *räusper* jungen Dame mit Regenschirm. Angestachelt durch so viel Gerechtigkeitssinn, formierte sich eine Art Mob. Dem Vater, der seine beiden Jungs zum Vordrängeln ermutigte, flog eine wahre Welle der Sympathie entgegen. Als einer aus der Menge rief: „Sag deinen beiden dicken Meerschweinchen mal, dass der Vorverkauf für Tokio Hotel woanders ist!“ kullerten die ersten Tränen. Ein Herr mit Gips-Arm nuschelte: „Die Scheiße is ja, dat de gleich einen ran kriegst, wenn de die Blagen anpackst.“
Als ich schließlich im Foyer der Vorverkaufsstelle stand und feststellte, dass sich schon wieder kleine braungebrannte Jungs mit Brilli im Ohr, und Stinktier-Frisur breitgrinsend und glucksend vorgedrängelt hatten, wurde sogar ich (mittlerweile mit Hämatom am Oberarm)ungehalten. Zuerst beschwerte ich mich bei den verängstigten Ordnern, die kaum mehr wagten die Tür zum Mob zu öffnen. Hier leistete ich Aufbauarbeit in Sachen Selbstbewusstsein. Danach tippte ich jedem Halbstarken mit dem Schirm auf die Schulter und äußerte in der mir eigenen würdevollen Art meinen Unmut und griff zu pädagogischen Maßnahmen. Die Gerechtigkeit war am Ende also wieder hergestellt und sogar ein paar erzieherische Tipps konnte ich am Ende an arglose Väter noch los werden. Schließlich hielt ich eine Dauerkarte in den Händen und stellte mit Genugtuung fest: Der Weg ist das Ziel und wenn ich übermüdet bin, kann ich auch schon mal von b- zu a-gekloppt wechseln. Das ist beunruhigend.
Ich hatte mich oft in wachen Nächten gefragt, werte Laura, wofür wohl das erste B in BVB stünde. Nach diesem Artikel habe ich so einen Verdacht…
ich hoffe, dass das “werte laura” nicht despektierlich gemeint ist!? – naja B´s finden sich ja in allerlei fußballvereinen…: Bayern München, Bayer leverkusen, hertha Bsc, vfl Bochum, werder Bremen, …usw aber die kombi mit BVB und Jürgen Klopp klingt natürlich im zusammenhang mit b-gekloppt sehrsehrsehr verdächtigst;O)
Im Gegentum, werte Laura ist eine altunterneuntupfingerische extrem höfliche Anrede. Österreicher haben grundsätzlich in Deutschland ein Problem wenn sie höflich sind.
Z.B:
Österreicher : “Würden Sie bitte so nett sein mir den Zuckerstreuer rüber zu reichen?” (überfordert den Deutschen)
Deutscher : “Ich will Zucker.” (überfordert den Österreicher)
;)
Aufgelesen: 33…
• Der fahrlässige Kupferschmied
• Dummokratie
• Hitze
• Herumasseln in Asse
• B-gekloppt
Der fahrlässige Kupferschmied
Oelde in Westfalen. 29. März 1908. Sonntagnacht: Kupferschmi…
naja österreicher und höflichkeit…da hab ich aber noch meinen alten ski-lehrer toni im kopf…naja. generell habe ich auch schon gemerkt, dass manche menschen auf höflichkeit nicht können. ich bin mittlerweile wahrscheinlich einfach nur total verhuscht, wenn´s manierlich zugeht;O)))