Der harte Kern

March 15th, 2011 § 0 comments § permalink

Folgende Begebenheit ereignete sich an einer handelsüblichen, roten Duisburger Ampel: Während ich auf die Grünphase wartete, dezent mit dem Finger zu „Rolling in the Deep“ mitwippte, die Sonnenbrille gerade ruckelte, das Fenster einen winzigen Spalt öffnete, um die erste, puderig anmutende Frühlingsluft in meine gepeinigten Bronchien einströmen zu lassen, wurde diese ja fast schon poetische Situation, in der ich jeden Moment kleine Vögel erwartete, die mein Vehikel mit Blumen umkränzen würden, jäh unterbrochen.

Hinter mir hielt ein tiefer gelegter VW Polo mit dicken Puschen. Nachdem im Leerlauf noch einmal ordentlich Gas gegeben wurde, kurbelten die beiden Insassen ebenfalls die Fenster bis zum Anschlag runter und klopften mit ihren Händen auf dem Autodach und dem Außen-Türblech den Takt von irgend so einem Quoten-Hit, der eigentlich keinerlei Anlass bot, dermaßen abzugehen, wie die beiden. Die junge Dame und ihr Begleiter waren von Kopf bis Fuß auf Frühling…ach, was: Hochsommer, eingestellt. Ein winziges Achselshirt zeigte, dass sich die Monate unter dem Münz-Mallorca bezahlt gemacht hatten. Die mannigfaltigen Kettchen blitzten und blinkten. Die Schirmmützchen mit Strass saßen trotz Head-Banging (ich glaube mittlerweile hörten sie eine Ballade) perfekt. Auch die goldumrandeten Sonnenbrillen hielten der Extrembelastung stand. Das Extrem-Kaugummikauen (das soll ja bald olympisch werden, munkelt man) nahm an Heftigkeit noch immens zu, als die gutgelaunte Fahrerin auf dem Lenkrad ein Schlagzeug-Solo hinlegte. Davon fühlte sich ihr Mitinsasse wohl derart motiviert, dass er das Ganze mit einer Beatbox untermalte. -Wohlgemerkt: Die beiden hörten eine Ballade.

Die beiden fanden sich extrem geschmeidig. Ich konnte den Blick kaum vom Rückspiegel lösen. Es gab sie also doch noch. Diese Spezies. Den „Kern-Assi“. Ich bemerkte gar nicht, dass die Ampel mittlerweile auf Grün gesprungen war. So fasziniert, abgestoßen und belustigt war ich zugleich. Die beiden gestikulierten wild, hupten und lehnten sich mit dem halben Oberkörper aus dem Auto. Das Anfahrmanöver gelang. Zumindest bei mir. Die Fahrerin würgte den Polo ab. War wohl zu viel: Musikalisch abgehen auf Bruno Mars, Extrem-Kaugummi kauen und sich um den Straßenverkehr kümmern. Als es hinter ihnen hupte, stiegen beide aus. Bestimmt, um mit dem Hintermann gemeinsam den Frühling zu begrüßen. -Ach, Frühling! Lass dein blaues Band flattern….und jetzt alle!

Pur(e) Werbung

September 12th, 2009 § 3 comments § permalink

Sie sind wieder da und man weiß nicht, ob man sich freuen oder lieber wieder ganz tapfer sein soll. Die deutsche Schmuse-Band der 90er Jahre, Pur, veröffentlicht gerade ihr neues Album. Und Hartmut Engler, der Sänger, rührt wieder ganz emsig die Werbetrommel. Dieses Mal allerdings auf eine recht – sagen wir mal unkonventionelle – Art, Marke: Einzelschicksal.

So tingelt er durch die Promi-Sparten bei RTL, Pro 7 und Sat1 und spricht über sein schlimmes Jahr 2008: Depressionen, Alkohol, traumatische Trennung von der Lebensgefährtin, Entzugsklinik, Hallo-Pipapo. Er hatte alles. Das ganze Programm. Armer Hartmut.

Irgendwie erschüttert einen in solchen Momenten ganz kurz, dass das auch ganz normale Menschen zu sein scheinen. – Doch Halt! Gerade bevor man ein bisschen Quoten-Mitleid locker machen wollte, stutzt man unwillkürlich. Denn der Hartmut erzählt mit nassem Hundeblick plötzlich, dass er sich nach vier Wochen selbst aus der Klinik entlassen hat, weil er dort immer nur Autogramme schreiben musste. Ist ja klar: Menschen, die in einer Suchtklinik sind, haben den ganzen Tag nichts anderes zu tun, als Uralt-Promis wegen Autogrammen anzudrängeln.

Ach ja, und dann meint der Hartmut, dass er heute gar kein Problem mit Alkohol mehr hätte. Bier und Wein wären nie das Problem gewesen und Schnaps hätte er ohnehin nie gemocht. Aha. Was genau war denn dann das Alkoholproblem? Aufwendige Cocktails? „Mon Chérie“ oder „Edle Tropfen in Nuss“? –Und die furchtbare Trennung von der Freundin hat er auch ganz gut überstanden. Nach noch nicht einmal einem Jahr wohnt schon wieder ein neues Fräulein bei ihm, nahe Hochzeit nicht ausgeschlossen. Chapeau Hartmut, dass Du Dein Leben, das so arg aus der Spur war, wieder auf die Reihe bekommen hast! Bewundernswert! – Wie hieß noch mal die neue CD? „Wünsche“? Da kann man nur wünschen, dass der Hartmut in Zukunft nicht wieder in den großen Bottich „Übertreiben für Anfänger“ fällt.

There’ s no Business like Show Business!

June 30th, 2009 § 1 comment § permalink

Ja, er hat schön musiziert. Gut, aber das war auch schon alles. Michael Jackson ist sonst nicht gerade durch sein natürliches, charismatisches sowie sympathisches Wesen aufgefallen. Zuletzt hat doch nun wirklich jeder Wetten darauf abgeschlossen, wann seine Nase abfällt, während man am Flohmarkttisch den Preis für eine LP von ihm auf 2,50 Euro runter handelte.

Er war eine Karikatur von einem Menschen, den niemand auch nur annähernd mehr mit dem Hinterteil angucken wollte. Die Idee einer Tournee hat bei den meisten eher Keuchhusten statt Begeisterungsstürme ausgelöst. Und dann –ach wie rührend- lauter prominente Gutmenschen, die ungefragt aus irgendwelchen Löchern kriechen, sich vor Kameras drängeln und erklären, wie sie mit diesem schlimmen Verlust umgehen.

Madonna könne angeblich gar nicht mehr aufhören zu weinen –wenn man physisch und mental so übertrainiert ist und zusätzlich noch stark in den Wechseljahren soll das bekanntlich –unabhängig von irgendwelchen Todesfällen- häufiger vorkommen. Britney Spears ist auch ganz runter mit den Nerven, aber das ist ja nichts Neues, und Justin Timberlake säuselt, er habe ein Idol verloren. Da fragt man sich doch: Glauben die sich das eigentlich selbst? Theodor Fontane, der sich bislang noch nicht zum Tod von Michael Jackson geäußert hat, hat einmal gesagt: „Alles verdummt mich.“ Es scheint, dass die Musikindustrie über eine so fromme, sozialkritische Selbsterkenntnis schon längst hinweg ist. Das nächste Trauer-Benefiz-Konzert mit allgemein schicklicher Betroffenheitsmiene kommt bestimmt…

Es weihnachtet sehr …

October 20th, 2008 § 0 comments § permalink

Schon Ende August verspürte ich Appetit auf  Spekulatius, Dominosteine, Zimtsterne, lauwarmen Glühwein  und Lebkuchen. Doch als ich so in Schlappen und  leichtem Kleidchen neben der just eingetroffenen Palette mit den Weihnachts-Devotionalien stand, blieb ich standhaft und kaufte lieber die Langnese Schatztruhe. Und jetzt, zwei geschlagene Monate später, können die Supermärktler irgendwem anderes den alten Scheiß andrehen.

Trotzdem habe ich mir vor ein paar Tagen eine Liste gemacht. Meine geheime, sagenhafte  Weihnachtsgeschenke-Liste. Denn alljährlich küre ich die Top-Drei aus verschiedenen Geschenke-Bereichen.  Dabei überlasse ich nichts dem Zufall. Wer sich dennoch unter dem Weihnachtsbaum beschwert, bekommt sofort näheren Bescheid. Wer also eine kleine Hilfestellung benötigt, darf sich gern hier bedienen…

Bereich: Literatur
1) Uli Hannemann: „Neulich in Neukölln. Notizen von der Talsohle des Lebens“ –Selbst wer nicht in Berlin lebt und Neukölln nur vom Hörensagen kennt, wird sich in dieses Buch verlieben. In 49 kurzweiligen Geschichten mit so klangvollen Namen, wie „Rufmord am Pissoir“, „Korrekt Betteln“, „Silvester oder: Der Untergang revisited“ und „Trinken und Jammern“ beschreibt Hannemann ironisch, zynisch und absurd das Leben in einem der wohl schönsten Vororte Berlins. Mit diesem witzigen Utopie-Realitätsmix erfährt man alles, was man über die schlimmsten Ecken in seiner eigenen Stadt schon immer vermutete.

2) Richard David Precht: „Wer bin ich und wenn ja, wie viele?“ – Menschen die sich ständig selber romantische und verträumte Fragen über essentielle Dinge im Leben stellen, werden sich bei der Lektüre dieses Buches dumm vorkommen. Denn hier werden zwar solche Fragen beantwortet, wie: „Was ist Wahrheit“, „Brauchen wir andere Menschen“, Gibt es Gott“, „Was ist Liebe“ und „Ist Glück lernbar“. Allerdings geschieht das auf einer philosophisch naturwissenschaftlichen, logischen und völlig soliden Basis. Verträumten, kitschigen Firlefanz findet man hier nicht.  Dafür jedoch oft ein Augenzwinkern, Humor und nebenbei Vieles, das dem eigenen Wissen auf die Sprünge hilft. Wahrscheinlich war Philosophie noch  nie zuvor so interessant (weil verständlich) und gleichzeitig unterhaltsam.

3) Harald Martenstein: „Vom Leben gezeichnet. Tagebuch eines Endverbrauchers“ –Zugegeben: Das Buch erschien erstmals im Sommer 2006 und ist somit nicht gerade mehr aktuell. Jedoch hat es seither kein zweites Buch geschafft, mich derart zum Lachen zu bringen. Und außerdem sind Martensteins Ansichten über Hitler, Scientology, Ärzte, Doppelkorn, Skifahren, Schönheit und Orgasmusforschung ohnehin zeitlos. 59 Kurzgeschichten á 2 Seiten machen das Buch selbst für Lese-Muffel lesbar.

Bereich: Musik
1) Peter Fox: „ Stadtaffe“ – So genau kann man gar nicht beschreiben, was man da zu hören bekommt. Peter Fox macht dem ersten Lied auf dem Album alle Ehre: Alles neu. Klassische Instrumente, schlau geformte statt platte Texte und durchweg genial –weil völlig anders- arrangierte Melodien, die auch noch –bei Bedarf- tanzbar sind. Mehr geht nicht.

2) The Killers: „Sawdust“ – Gut, The Killers haben just vor Weihnachten (ein Schelm, wer da…) ein Album herausgebracht, auf dem so gut wie nur B-Seiten, bisher unveröffentlichte Lieder zu finden sind. Trotzdem: Wer ein Faible für Indie-Rock mit einem Schuss Elektronik und markante Stimmen, wie die des Sängers Brandon Flowers hat, wird die CD fortan nicht mehr aus dem CD-Spieler nehmen können.

3) A Fine Frenzy: „One Cell in the Sea“ – Das ist vermutlich ein reines „Mädchen“-Album, das die Pianistin Alison Sudol als Erstling heraus gebracht hat. Schöne, melancholische, tiefgründige (so tiefgründig, wie es in der Musik eben geht) Texte, gepaart mit eingängigen klassischen, jazzigen und leicht rockigen Melodien, machen dieses Album absolut empfehlenswert.

Bereich: DVD
1) „Damages. Im Netz der Macht. 1.Staffel“ – Auf Kabel 1 lief die erste Staffel in Deutschland relativ unbeachtet und das völlig zu unrecht! Glenn Close und Ted Danson (jaja der freundliche Mann von „Cheers“) laufen zur bösartigen und intriganten Höchstleistung auf. „Damages“ ist eine Serie, die absolut klug, spannend, überraschend  arrangiert ist und definitiv den Zuschauer dazu bringt, sich noch nach Ende der letzten Folge Gedanken über das eben Gesehene zu machen. –Ich grüble jetzt noch nach Monaten!

2) „No Country for old Men“  – Tommy Lee Jones mochte ich nie sonderlich. Das hat sich seit diesem  Film geändert. Diese Mischung aus  Thriller, Western und leichtem Horror, die dann am Ende mit Melancholie abgerundet wird, überzeugt in jeder Szene und in jedem kleinen Dialog. An dem Film stimmt alles.

3) „Jenseits von Afrika“ – Ein Evergreen! So alt, dass es fast schon wieder neu sein könnte!!! Dem Drehbuchautor, der aus der wenig romantischen Romanvorlage von Karen Blixen “Afrika. Dunkel lockende Welt” diesen Film gezaubert hat, gehören heute noch die Füße geküsst! Ein Geschenk, das die Damen (Mütter, Tanten, Cousinen, Omas, Freundinnen) garantiert immer erfreut…

FORTSETZUNG FOLGT

Zivilisationsmüdigkeit hat ein Gesicht: Rainald Grebe

September 8th, 2008 § 10 comments § permalink

Rainald Grebe ist mir vor Jahren zum ersten Mal, halb schlafend und halb von der Couch fallend, im Nachtprogramm des WDR begegnet. Da saß er vor einem Keyboard, mit dämlichem Federschmuck, Biolatschen und schickte sich an ein Liedchen zum Besten zu geben und ich dachte nur: „Bloß nicht! Singende Ex – Waldörfler, die n´ bisschen lustig sein wollen mit auffälliger Kopfbedeckung, ohne politisch und gesellschaftlich inkorrekt zu sein, habe ich schon genug gesehen.“ Dann kam » Brandenburg und ich fiel mit offenem Mund von der Couch.

Gestern Abend allerdings erlebte ich diesen Menschen zwischen Genie, Übermut, Halbwissen, feinstem Zynismus, sympathischer Menschenfeindlichkeit, Selbstironie und lauwarmen Wahnsinn pendelnd zum ersten Mal live im Rex-Theater in Wuppertal mit Klavier, ohne Schnickschnack und seinem Robinson-Crusoe-Programm.

Nach den ersten zehn Minuten wirft er ein: „Besser wird´s nicht mehr.“ Er lacht, singt, gestikuliert wild, er schreit, monologisiert, er rollt mit den Augen (wie Klaus Kinski zu seinen irrsten Zeiten), er spuckt beim Reden, stampft auf, wirbelt mit den Händen, schmeißt Zitate von Heiner Müller und anderen zusammenhangslos in seine Monologe, er hämmert und streichelt auf den Tasten herum. Er schlägt Bögen von Beethoven bis Putin in wenigen Sekunden. Die Bühne gehört ihm, hier sagt er, was er will und wie er es will. Beirren lässt sich dieser Künstler nicht. Und er ist, im Gegensatz zu allem anderen, was sich komisch im Sinne von lustig nennt, tatsächlich ein Künstler im ursprünglichen Sinne.

Wortgewandt ist er, Lieder schreiben kann er auch, seine Beobachtungsgabe und das Vermögen Menschen zu beschreiben und ironisch zu spiegeln ist phänomenal. Er hält den Spiegel sogar dem eigenen Publikum vor, wenn er seinen imaginären, begriffsstutzigen Kameraden auf der Insel, Freitag („Ein Untermensch auf Augenhöhe“), plötzlich nicht mehr selbst mit vorgeschobener Unterlippe imitiert, sondern das Publikum mit dem Namen anspricht. Am Anfang berichtet er von der mühevollen Arbeit ein Programm zu schreiben, denn „die Leute wollen ja immerzu was Heiteres.“ Wenn das Publikum an solchen Stellen geschlossen leise  kichert, beweist das nur, dass er recht hat. Und das Leben, so scheiße es manchmal ist, erscheint in der Tat heiterer, wenn Rainald Grebe davon erzählt. Am Ende des Programms wird es allerdings melancholisch und von Lachen und Kichereien hört man in der gesamten Hörerschaft plötzlich nichts mehr.

„Wofür machen wir das hier eigentlich alles, Freitag, wenn es doch keiner sieht. Ist doch alles umsonst, wenn keiner sagt, dass es gut ist.“ Wenn Rainald Grebe das zum Ende seines Programms sagt, wirft das auch die Frage auf, warum eigentlich so wenige Leute von Rainald Grebe wissen und warum er bei so viel bitterböser und pointierter Genialität nur so kleine, intime Bühnen füllt. Dann fragt man sich jedoch, ob zu jemand von diesem Format, dieser Klugheit ein ausverkauftes Olympia –Stadion oder eine eigene Show bei RTL passen würden. Rainald Grebe würde sich mit so etwas vom handwerklichen her gesehen nicht schwer tun. Aber man gewinnt am Ende eines solchen Tages den Eindruck, dass ihm das Kommerzielle und das damit Verbundene in allen Konsequenzen schwer fallen würden. Rainald Grebe ist Künstler und kein Quoten – Comedian oder Clochard für den Durchschnittsdepp. „Bitte lasst mich aussterben,“ meint Grebe in seiner Zugabe, als er von drei Tierschutz – Lesben erzählt. Doch den Wunsch wird ihm sein kleines Publikum, ob bei Youtube oder bei seinen Auftritten, wohl nie erfüllen. Zum Glück!

Jeder Mensch braucht einen Hirschhasen

May 1st, 2008 § 1 comment § permalink

Hang the DJ, hang him high!

May 1st, 2008 § 3 comments § permalink

Wie jedes Jahr hatte ich auch dieses Jahr beschlossen nicht in den Mai zu tanzen. In den Mai fernsehen hielt ich für angemessen und vertretbar. Knabbereien waren vorhanden. Getränke kalt gestellt. Eiscreme im Tielkühlfach. Jedoch: Jährlich grüßt das Murmeltier in Form von feierwütigen Freundinnen.

Also fand ich mich in den späteren Abendstunden in einem Bar/ alternativ Disco/ Independent Club/ auf-der-Treppe-sitz-und-guck – Etablissment wieder. Hier regierte das Volk ab 30. Und der wohl ignoranteste DJ der Welt. Das desaströse Silvester vor zwei Jahren ging definitiv mit auf seine Kappe.

Musikwünsche hört er sich stets an, aber nur um abschätzig und herablassend mit dem Kopf zu schütteln und zu sagen: „ So was spiel ich nicht!“ Dabei sind die meisten Musikwünsche des Publikums keineswegs abartig. Dennoch übt sich DJ Castro in Ignoranz.

Egal ob sich Menschen auf der Tanzfläche zustimmend im Takt bewegen oder nicht: Er macht seine private Musik-Session und kriegt mühelos jede Tanzfläche leer. Aber nicht an diesem Abend! Nicht mit mir! SO nicht!

Ich schlich unauffällig zum DJ – Pult und wünschte mir „Groove is in the heart“. Die Antwort war klar: NEIN! Also mobilisierte ich –zumeist stark alkoholisierte- Menschen es mir gleich zu tun und sich dieses Lied zu wünschen. Eine Stunde und ungefähr 50 gleiche Musikwünsche später kam mein triumphaler Moment. „Groove is in the heart“ in einer abgekürzten Variante (aber immerhin…)ertönte aus den Boxen. Das beweist im Grunde, dass er diese Musik in seinem DJ – Köfferchen dabei hat und sie nur aus reiner Boshaftigkeit nicht spielt. Das nächste Mal wünsche ich mir Fury in the Slaughterhouse: „Hang the DJ, hang him high…“

Where Am I?

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