Ich lebe angrenzend an die Dortmunder Innenstadt, die für ihren schönen alljährlichen Weihnachtsmarkt, das tolle Messezentrum, die Westfalenhallen, die Philarmonie und das Westfalenstadion geschätzt wird.
Deswegen kommen auch immer gern zu besonderen Anlässen, wie etwa einem Heimspiel von Borussia Dortmund, Menschen von überall her und fallen regelmäßig über meinen Bezirk wie die Heuschrecken her. Statt fünf Euro für einen schönen, geräumigen, legalen und bewachten Parkplatz zu investieren, wird sechs Stunden vor Anpfiff in den vielen kleinen Straßen rund ums Stadion ausgeschwärmt.
Dass das natürlich ein gefundenes Fressen für die fleißigen Bienchen des Ordnungsamtes ist, die an solchen Tagen ihr Soll für den ganzen Monat einfahren, versteht sich von selbst. Manch einem wird das aber leider erst dann bewusst, wenn er nach Spielende sein Auto sucht …
Meinen Tagesablauf habe ich längst auf die Mangelware Parkplatz abgestimmt. Nie komme ich später als 17.00 Uhr nach Hause- ein sozial integriertes Leben ist so nicht mehr möglich. Ich vereinsame. Um aus dieser Isolation auszubrechen, stelle ich mich auf meinen kleinen Balkon, der zur Straße zeigt. Gerne unterhalte ich mich mit den Damen und Herren vom Ordnungsamt und lasse mich über Phantasie-Straßenordnungen informieren, wie zum Beispiel diese: Ein Parkverbotsschild mit dem Verweis : 7-14 Uhr bedeutet in einer 30er Zone nicht, dass man von 7-14 Uhr hier nicht parken darf, sondern, dass man in dieser Zeit hier noch nicht einmal zum be- und entladen halten darf. Das Parkverbot gilt immer. Die Frage, was das mit einer dreißiger Zone zu tun habe, konnte mir die engagierte Dame (die fleißig den an dieser Stelle parkenden Autos jeden Tag Tickets ausstellt) nicht beantworten.
Zur Sicherheit hat die Stadt Dortmund aber nun neben dem 30er Zonen Schild noch ein Spielstraßenschild aufgestellt. Ob man nun mit 30 durch die Spielstraße, statt mit Schrittgeschwindigkeit, fahren darf oder was dieser Schilderwald sonst bedeuten soll konnte man mir auf dem Ordnungsamt nicht beantworten. Jedoch meine Bitte um einen Anwohnerausweis konnte man mir ganz klar beantworten: Mit einem schallenden Gelächter und dem Hinweis mein Auto doch in irgendeinem Vorort zu parken und dann mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause zu fahren.
- In Zukunft werde ich es wie die meisten gut betuchten Düsseldorfer machen: Ich parke mein Auto in zweiter Reihe, schalte die Warnblinkanlage an, demontiere die Nummernschilder und kehre nie wieder zurück…