Es gibt Menschen, die sind selbst eingerichtete Großbaustellen, die finden, sie seien wichtig. Nicht für einen übergeordneten, allgemeinen, schönen Zweck, sondern aus sich selbst heraus. Purer Selbstzweck also. Man sollte sie großräumig umfahren, stattdessen latscht man mit absoluter Präzision voll rein, blickt in den Abgrund und meint, man könnte was tun. Frei nach dem Motto: Bisschen Mörtel, ein paar gute Worte und heile, heile Gänschen, dann ist alles wieder gut. Nein. Isses nicht. Nichts wird besser. Nur anders. Anders schlimm.
Großbaustellen haben die klitzekleine Angewohnheit, dass sie viel Energie abzapfen. Für Strom zu jeder Tages- und Nachtzeit. Außerdem kosten sie Nerven, weil Großbaustellen so laut sind, dass man sein eigenes Wort nicht mehr verstehen kann. Und auch kein anderes. Monate-, jahrelang heißt es fortan nur noch: Mein Leben mit der Großbaustelle.
Nur nach all den edlen Gefühlen, dem „Stange-Halten“, stellt man irgendwann mit ganz viel Glück fest: Da tut sich nichts. Zumindest nicht auf Baustellenseite. Die scheint größer, umfangreicher und strahlender als je zuvor. Es sind vielleicht nicht mehr so viele Zaungäste zugegen, aber der Baustellenleiter hält wacker die Stellung. Was soll er auch machen. Er will die Baustelle eben nicht im Stich lassen. Sie hat ja sonst niemanden.
Manchmal ist aber aus dem Abgrund klettern, sich den Staub von der Arbeitskleidung klopfen, sich nicht mehr umdrehen und abhauen die bessere Alternative. Die Großbaustelle soll selber zusehen, wie sie mit ihrem hausgemachten, künstlichen Abgrund klar kommt. Der Baustellenleiter hat getan, was er konnte. Und das viel zu lange…