March 20, 2008

Die Telekom – oder sie wissen nicht was sie tun!

Bei einer Krake habe ich mich aus biologischer Unkenntnis oft gefragt, ob das Große in der Mitte wohl weiß, was der Rest so macht. Ist ja bestimmt nicht leicht so viele Arme (oder Beine?) zu koordinieren, da kann schon mal was unbemerkt aus der Reihe tanzen. Bei der Telekom scheint es ein ähnliches Kraken-Prinzip zu geben. Ich habe einen ganz einfachen, unbescholtenen Anschluss, der jeden Tag brav seine Arbeit macht und niemandem etwas tut.

Das passte der Telekom scheinbar nicht und ich wurde wochenlang regelmäßig von irgendwelchen Menschen angerufen, die mir das Telefonieren und Surfen einfacher machen wollten. Manchmal habe ich mir zum Spaß den ganzen Quatsch angehört, um am Ende zu sagen: “Ach nee, lassen se mal. Ich wechsle bald zu Arcor. Das lohnt nicht mehr.”

Und trotzdem ging es immer weiter, bis ich schließlich einwilligte den XXL-Spar-Surf-and-Comfort-DSL 50000-Wireless-Super-Anschluss-Tarif zu wählen. Hierfür schickte man mir Zubehör, welches ich ganz leicht selber installieren könnte. Konnte ich aber nicht. Also rief ich kostenpflichtig bei einer Nummer der Telekom an. Der Mitarbeiter sprach in einem breiten ostdeutschen Dialekt und hatte einen Sprachfehler- ich verstand nichts! Da ich schnell die Geduld bei technischem Schnickschnack verliere, packte ich den ganzen Kram wieder ein und schickte ihn Retour.

Nach ein paar Wochen bekam ich meine Monatsrechnung, auf der wurde ganz normal, so als ob ich diesen Tarif nutzen würde, abgerechnet. Die Dame von der Telekom erklärte mir, dass das Paket nie angekommen sei und ich deswegen nun den Tarif und die vertraglich festgelegten Leistungen im vollem Umfang zahlen müsse, es sei denn ich hätte den Retour-Schein noch. Hier kamen mir meine guten alten ostpreussischen Gene zugute: Kind, wirf nichts weg!

Ich faxte also den Schein durch, sagte ich wolle gern wieder normal telefonieren, ohne XXL-Home-Zone-Spar-und Komfort-Trallala und dachte die Angelegenheit sei erledigt. Stattdessen bekam ich drei Wochen später ein Schreiben, in dem man mir zu meinem neuen Vertrag Call-Time-Speed-Wireless 2000 gratulierte. Am Telefon sagte man mir, den hätte ich vor einer Woche am Telefon abgeschlossen. Da war ich allerdings im Urlaub. Egal, der Mitarbeiter pochte darauf, dass ich diesen Vertrag abgeschlossen hätte.

Um das Ganze zu verkürzen und meine unzähligen Wutausbrüche auszusparen: Nach vier Wochen, schätzungsweise 50 Telefonaten (meine Mutter war schon ganz pikiert, da ich mit der Telekom mehr telefonierte als mit ihr), sagte man mir in irgendeiner Zentrale in München, dass manche Call-Center-Mitarbeiter wohl einfach irgendwelche Verträge im Namen des Kunden abschließen und hoffen es fällt dem Kunden bis zur Widerrufsfrist nicht auf. Danach hätte man dann auch keine echte Chance aus so einem Vertrag wieder rauszukommen. Die Dame entschuldigte sich am Telefon und ich äußerte den Wunsch nie wieder von irgendeinem Telekom-Mitarbeiter angerufen zu werden. Scheinbar hat man sich diesen Wunsch zu Herzen genommen.

Ich bleibe trotzdem Kunde bei der Telekom, weil ich ja nun ein halbes Studium zu Tarifen, ihren Bezeichnungen, Preisen den Hierarchien der Telekom und den Machenschaften absolviert habe, sodass ich mich nun schwerlich in ein anderes Telekommunikations-Unternehmen einarbeiten könnte. Mir fehlt schlicht die Zeit alle Arme und Beine eines Unternehmens zu begutachten und mir zu überlegen, wo sie als nächstes hinpacken, um mich – ihren geschätzten Kunden – zu schröpfen und zu veralbern.

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