Wo ist es bloß? Mörikes sprichwörtlich gewordenes, blaues Band ist noch nicht einmal im Anmarsch. Diese unerfreuliche Nachricht und der Blick auf Kachelmanns Wetterkarte, lassen kaum noch Platz für schöne Gedanken. Der Winter lässt einem zum resignierten, schlecht gelaunten Pragmatiker werden. Im Kühlschrank herrscht Leere. Gedankenverloren zieht man eine Tielfkühl-Gourmetlichkeit hervor und stellt kurzzeitig erfreut fest: Im Auftauen bin ich richtig gut! –Auch wenn Kirsch-Streusel-Kuchen keine adäquate Mahlzeit ist. Aber Kleinlichkeit ist in dieser Situation völlig fehl am Platz. Beim überquellenden Wäschekorb hingegen hört der Spaß auf. Obwohl auch das seine guten Seiten haben kann. Denn sind alle Lieblingsstücke in der Wäsche, kommen endlich auch einmal die alten, längst vergessenen Evergreens wieder zum Zuge. –Dass man aus der Hälfte „herausgewachsen“ ist, birgt natürlich eine schwierig zu umschiffende psychische Klippe. Hat man die jedoch genommen (auch weil man zu müde für Verzweiflung ist), muss man sich nur noch darum kümmern, den Berg Wäsche irgendwo hin zu schieben, die Tür zu schließen und bis Samstag (dem Putztag) nicht wieder in besagtes Zimmer zu schauen. – Frühling, wo bist Du nur?
anjejackert.de
Die is ja völlisch anjejackert, wa?