Ich gebe es zu. Ich habe seit September alle Geschenke beisammen. Ich mag den Gedanken nicht, auf den letzten Drücker in die überfüllte Innenstadt zu hetzen und dann aus lauter Not und Einfallslosigkeit heraus ein dummes und peinliches Geschenk zu kaufen. An Weihnachten unter dem Tannenbaum sollte man sich schließlich nicht schämen müssen. Früher war mir das egal. Da bin ich erst am Weihnachtstag in die Stadt. Dass meine Schwestern sich nicht über 4711 Kölnisch Wasser gefreut haben, interessierte mich nicht.
Erst als mir jemand vor ein paar Jahren eine Kerze in Croissant-Form zu Weihnachten schenkte und ich angewidert in das gerade geöffnete Paket schaute und dachte, jemand hätte mir einen alten, ranzigen Croissant eingepackt, realisierte ich: Wenn man schenkt, sollte man sich den einen oder anderen Gedanken machen.
Dabei kommt es nicht darauf an, dass ein Geschenk besonders teuer ist. Ein Geschenk verrät, wie sehr man sich mit jemandem beschäftigt hat und wie gut man diesen jemand kennt. Da reicht es völlig aus die Lieblings-Körpercreme aus dem Drogerie-Markt um die Ecke für vier Euro zu schenken.
Jeder Zehnte, so las ich neulich, wird dieses Jahr gar nichts schenken (das sind die, die am Weihnachtsabend ohnehin in der Disco abhängen und den Grinch machen). Jeder Vierte bastelt was Eigenes. Eine schöne und sehr persönliche Idee…wenn die Ausführung stimmt. Meine fast vierzig jährige Cousine (ihres Zeichens als sehr geizig –eine Kreuzung aus Schotte und Schwabe, so munkelt man- bekannt) bastelte mir vor ein paar Jahren ein T-Shirt mit Diddl-Maus-Druck. Mit Anfang zwanzig schaffte sie es mittels dieses Geschenks, mich sprachlos zu machen. Wir haben uns mittlerweile darauf geeinigt, uns gar nicht mehr zu beschenken. Besser ist das.
Ranzige Croissant-Kerzen und altersungemäße Diddl-Maus-Shirts können manchmal sehr empfindlich zeigen, wie fern uns auch diejenigen sein können, die wir für die Nächsten halten.

Seit September dieses Jahres oder 2007? ;)
(und falls Schoko-Weihnachtsmänner darunter sind, dann ist es wohl ohnehin Schoki die von Schoko-Osterhasen übrig blieb, welche wiederum von den vorangegangenen Weihnachtsmännern usw usf)