November 30, 2009

Gruppenkuscheln

Ja, so ist er halt, der Hans. Der Joachim. Der Watzke. Seines Zeichens Borussia Dortmund-Geschäftsführer. Da regt er sich vor heimischem Publikum in der letzten Woche bei der Aktionärsversammlung in der altehrwürdigen Westfalenhalle über Retorten-Vereine wie Hoffenheim und Wolfsburg auf, die die „Sahne aus dem Thema lutschen“ und löst damit eine hitzige Debatte aus. Er sei nun schuld daran, dass Dietmar Hopp, Hoffenheim-Gold-Esel vom Dienst, hemmungslosen Anfeindungen der Dortmunder Fans ausgesetzt sei. Hat der Mann denn nichts aus dem Schicksal Robert Enkes gelernt, fragen die moralisch fehlgeleiten Sportredakteure der vereinigten Lokalzeitungen über die Grenzen Lütgendortmunds, Dorstfelds, Schwerte und Unnas hinaus. – In Dortmund würde man sagen: „Habt ihr eigentlich noch alle Latten am Zaun?“ Klappern gehört zum Geschäft und der Hopp kann’s ab. Den juckt es nicht, wenn ein paar Jüngelchen ihre zweifelhafte Kreativität auf Plakaten entfalten. Darf bald nur noch mit gepolsterten Samt-Torwarthandschuhen gespielt werden und die rote und gelbe Karte wird vielleicht bald durch die „Stille Treppe“ ersetzt, während bei Verletzungen am Spielfeldrand statt dem Eisspray der Physiotherapeut zum Einsatz kommt, der einfach mal pustet, bevor er ein Sponge-Bob Pflaster aufklebt. Statt nach einem bösen Foul „Du Arsch“ zu sagen, legt der Gefoulte kurz sein Seelenleben dar und erklärt: „Du, das fand‘ ich aber jetzt nicht so schön von dir. Das würde ich gern bei einem grünen Tee mit dir bequatschen“. Das kann doch keiner wollen! Und mal ehrlich: Die Dortmunder Fans sind für ihre liebevollen Anfeindungen einzelner Teammitglieder bekannt. Wie lange musste sich Olli Reck im Westfalenstadion nicht enden wollende „Schießbuden-Olli“-Rufe anhören, und Oliver Kahn hat den regelmäßigen Bananenregen auf sein Tor zum Ende seiner Karriere schließlich auch akzeptiert. Wenn die Dortmunder so etwas machen, zeigt das nur, dass sie einen irgendwie gern haben. So sind die Dortmunder und ihr (Sch)Watzke eben…

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