Wie jedes Jahr hatte ich auch dieses Jahr beschlossen nicht in den Mai zu tanzen. In den Mai fernsehen hielt ich für angemessen und vertretbar. Knabbereien waren vorhanden. Getränke kalt gestellt. Eiscreme im Tielkühlfach. Jedoch: Jährlich grüßt das Murmeltier in Form von feierwütigen Freundinnen.
Also fand ich mich in den späteren Abendstunden in einem Bar/ alternativ Disco/ Independent Club/ auf-der-Treppe-sitz-und-guck – Etablissment wieder. Hier regierte das Volk ab 30. Und der wohl ignoranteste DJ der Welt. Das desaströse Silvester vor zwei Jahren ging definitiv mit auf seine Kappe.
Musikwünsche hört er sich stets an, aber nur um abschätzig und herablassend mit dem Kopf zu schütteln und zu sagen: „ So was spiel ich nicht!“ Dabei sind die meisten Musikwünsche des Publikums keineswegs abartig. Dennoch übt sich DJ Castro in Ignoranz.
Egal ob sich Menschen auf der Tanzfläche zustimmend im Takt bewegen oder nicht: Er macht seine private Musik-Session und kriegt mühelos jede Tanzfläche leer. Aber nicht an diesem Abend! Nicht mit mir! SO nicht!
Ich schlich unauffällig zum DJ – Pult und wünschte mir „Groove is in the heart“. Die Antwort war klar: NEIN! Also mobilisierte ich –zumeist stark alkoholisierte- Menschen es mir gleich zu tun und sich dieses Lied zu wünschen. Eine Stunde und ungefähr 50 gleiche Musikwünsche später kam mein triumphaler Moment. „Groove is in the heart“ in einer abgekürzten Variante (aber immerhin…)ertönte aus den Boxen. Das beweist im Grunde, dass er diese Musik in seinem DJ – Köfferchen dabei hat und sie nur aus reiner Boshaftigkeit nicht spielt. Das nächste Mal wünsche ich mir Fury in the Slaughterhouse: „Hang the DJ, hang him high…“
Ich hätte mir vom DJ stattdessen ein Hörbuch über Kunstrasen gewünscht. Wenn schon subversiver Protest dann ordentlich…
sehr gut:O)))mach ich beim nächsten mal…
das wär dir mit ihm hier:
http://www.dj-marco-schmidt.de/foto.htm
bestimmt nicht passiert. “I could’nt ask for another…no I could’nt ask for another…”