Heute ist der internationale Tag des Lächelns. Klingt komisch, ist aber so. Seit es den “Tag des Butterbrotes” gibt, wundert mich in dieser Hinsicht gar nichts mehr. Da kommt einem ein solcher Tag geradezu weniger absurd vor. Zumal es recht förderlich für die Gesundheit sein soll, seine Gesichtsmuskeln mehrmals am Tag durch ein Lächeln anzuspannen. Die dadurch frei gesetzten Endorphine bewirken Wohlbefinden und Fröhlichkeit. Dagegen kann nun wirklich niemand etwas haben…es sei denn, man ist von Berufswegen Miesepeter oder Busfahrer.
Charlie Chaplin hat einmal gesagt: “Jeder Tag, an dem du nicht lächelst, ist ein verlorener Tag.” Dieser Sentenz konnte ich nie viel abgewinnen. Denn auch ein Tag, an dem ich einfach mal traurig bin, kann deswegen doch noch lange nicht als “verloren” gelten. Und auch von einem Tag, an dem ich lediglich nutzlos im Bett rumliege, könnte ich nicht behaupten, dass mir dieser weniger gefällt, als ein fröhlicher Tag. Ich möchte mich nicht genötigt fühlen müssen, zu lächeln. Das stelle ich mir im Übrigen auch als sehr unangenehm vor. Wenn man am Ende des Tages bemerkt, dass man noch nichts für seinen Lächel-Haushalt getan hat und sich dann eventuell genötigt fühlt, über einen schlechten Witz zu lachen oder aber einen völlig unsympathischen Menschen anzulächeln. Und sinnfreies vor sich hin Gelächle wäre ebenso keinesfalls mein Ding und würde in die bittere Kategorie: “Ich führe Selbstgespräche, wenn ich allein bin” fallen.
Da bin ich schon eher der gleichen Ansicht, wie Arthur Schopenhauer, der einst schrieb: “Menschen, deren Lachen stets affektiert ist und gezwungen, sind intellektuell und moralisch von leichtem Gehalte.” Lachen aus voller Seele, weil es einen plötzlich überkommt, wie ein wilder Hustenanfall oder ein Niesen, ohne lange nachzudenken ist wohltuend. Aber auf Kommando lachen, weil man muss oder sich etwas davon verspricht, ist daneben und auch ein bisschen jämmerlich. -Auch am Tag des internationalen Lächelns.