March 25, 2008

Liebe Anne, wir sind enttäuscht! Dein Programmbeirat

Auf höchst rätselhaften Wegen gelangte eine interne und auf gar keinen Fall für die Öffentlichkeit gedachte Analyse über die ARD-Talkshow Anne Will in die Süddeutsche Zeitung. Mit Sicherheit völlig unbeabsichtigt. Ein Versehen. Unerklärlich. -Ein Fall für Mulder und Scully…

Man sei darüber enttäuscht, dass es keine Änderungen gegenüber dem Vorgänger-Format Sabine Christiansen gegeben hat, so das Zitat des Programmbeirat-Berichts. Außerdem sei Frau Will starr und wenig flexibel in der Diskussion und darüber hinaus unsicher in den Fakten. -Mit anderen Worten: Früher, in Sabines kleinem Saftladen, war alles besser.

Die Gäste langweilten sich aufrichtig. Und die Spitzenpolitiker verirrten sich meist nur in die Sendung, um einem persönlichen Bein-Fetisch, angesichts Frau Christiansens immer kürzer werdender Röcke, frönen zu können. Das aufregendste war der Blick aus dem Studio-Panorama-Fenster. Wenn man bei dieser Talkshow vor dem Fernseher keinen Schlaf fand, tat man es auch in der gesamten Sonntagnacht nicht.

Weiter bedauert der Programmbeirat das Format Hart aber fair mit Frankie Plasberg nicht auf den Sonntagsendetermin verlegt zu haben. Wie Hendryk M. Broder schon zu dieser Sendung treffend feststellte, verdiene diese eher den Namen Hart aber feige. Und die oberlehrerhaften Einschübe a la: Herr…, wir hätten da mal eine Frage…, sind nicht unbedingt besser als die bemängelten Einspieler bei Anne Will. Außerdem kommen zu Herrn Plasberg ohnehin nur die Politiker, die es karrieretechnisch eh schon hinter sich haben. Mehr als unmotiviertes Gruppenkuscheln kommt bei der Sendung also auch nicht rum.

Merke: Eine Sabine, die nur physisch anwesend ist und mit Kopf und Beinen wackelt und ein Frank, der schlauer als zehn Dumme tut, sind allemal besser als eine intelligente lesbische Frau. Vielleicht sollte die ARD jetzt einfach ihre Quoten-Nutten ins Rennen um alle zu moderierenden Sendungen schicken: Harald Schmidt für die Zielgruppen ab 40 und Oliver Pocher für den Rest….dann kann der Programmbeirat auch wieder seiner Hauptbeschäftigung nachgehen und machen, was er am besten kann: Eierschaukeln.

3 Comments

  1. Bjoern says:

    Zwei Dinge finde ich bei Plasberg gut: Dass die ausgeplauderten Fakten später im Internet nachkontrolliert werden können + dass Redeflüsse unterbrochen werden. Anne Will scheint mir allerdings klüger – sie könnte ein bißchen mutiger sein.

  2. beejees says:

    Man muss sich aber mal auch in die schwierige Situation des Programmbeirats versetzen. Welche Methoden bleiben denn, Kritik zu üben, vielleicht sogar einen Richtungswechsel zu bewirken?

    “Ja ähm öhm Anne, versteh uns nicht falsch … also Du kopierst ja offensichtlich die Sabine … nicht bei den Röcken aber sonst ist ja alles beim Alten … so starr und unflexibel, geradezu unsicher im Fokus auf die Fakten … lass uns mal bei einem Kaffee … konstruktiv natürlich …”

    Nee, das geht so nicht. Einer intelligenten Frau begegnet man mit einer intelligenten Intrige. Wie sonst?

  3. Laura says:

    ja stimmt schon, aber muss man das dann alles nach dem motto:”upps…..haben wir gar nicht gemerkt, dass der bericht zur süddeutschen gewandert ist…-wie konnte das nur passieren?” machen? hätten sie ihr doch auch unter 4 augen in der wuthöhle sagen können, oder?

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