Man kann bei einigen Männern mit fürsorglicher Diktatur viel erreichen, sagen manche Frauen. Und in der Tat: Heute kochen, putzen, waschen und werkeln Männer weitestgehend freiwillig und manche behaupten gar, es würde ihnen Spaß bereiten. Wenn Frauen ihre Männer also zu alltäglichen, einfachen, nicht allzu überfordernden Tätigkeiten auffordern, verstößt das keineswegs gegen die Genfer Menschenrechtskonventionen. Dies gilt jedoch nicht für das gemeinsame Schauen von Literaturverfilmungen à la Jane Austen. Einem Mann so etwas zuzumuten ist in höchstem Maße infam. Nicht, dass es seinen Intellekt übersteigen würde. Nein, ganz im Gegenteil: Es unterfordert ihn. Er benimmt sich 90 lange Minuten wie ein überdurchschnittlich begabtes, jedoch völlig unterfordertes Schulkind: Er stört.
Zunächst ganz unauffällig, indem er sich Unmengen von Knabbereien heran schafft und diese im Abstand von zwei Minuten unaufhörlich immer wieder penetrant anbietet. Danach verschränkt er die Arme, atmet laut, windet sich im Sessel und äußert sich so: „Gibt es da etwa noch einen zweiten Teil von?“ oder „Erstaunlich, wie man 90 Minuten mit so wenig Handlung und so vielen miesen Schauspielern füllen kann.“
In solchen Momenten wünscht man sich dann wirklich, dass die Menschen von Amnesty International anrücken, ihn befreien und mitnehmen. Dann könnte man das Happy-End zwischen Mr. Darcy und Elizabeth wenigstens ohne erfundene und ungefragt zum Besten gegebene Dialoge vom linken Rand der Couch schauen…
Ich greife dabei zum Hilfsmittel einer ebenso unaufhörlichen wie vorwegnehmenden Dialogkommentierung. Das lässt die stärkste Frau resignieren – irgendwann gibt sie mir Ausgang, um ungestört ihrer seltsamen Gefühlswelt fröhnen zu können.
Versuche mich regelmäßig mit 70er-Jahre-Charles-Bronson-Filmen zu revanchieren. Klappt aber nicht. Liebste schläft sofort (!) ein.
das ist es ja: ich gebe ausgang. gerne und viel. und ich sage nicht: du musst das gucken! oder: ich möchte dir diesen film zur emotionalen weiterentwicklung ans herz legen. NEIN! männer setzen sich dazu, obwohl sie es eigentlich nicht müssten. selbst die frage: wie wär´s mal mit zigaretten-holen?, wird verneint…aber es gibt noch ein as, das jeden in die flucht schlägt: jenseits von afrika-geschätzte 200 minuten geballter herz-schmerz-hin-und-her, naturaufnahmen, melancholische mozart-musik, der junge robert redford…da pennt jeder vernünftige mann ein.