Ich erinnere mich zuweilen gern an vergangenen Ärger. Umso muckeliger kommt mir die Gegenwart dann immer vor. Vor gar nicht allzu langer Zeit bekam ich echten Ärger. Mit einem Prominenten. Naja, also einem Menschen, der vor einiger Zeit mal prominent war, an alte Erfolge anknüpfen wollte und dann doch wieder völlig zu recht im medialen Plumpsklo gelandet ist. Seine Sendung war schlecht, peinlich, überhaupt nicht lustig, im besten Fall komisch im Sinne von sehr seltsam.
Darüber hatte ich seinerzeit auf meinem Blog geschrieben. Ich fand, dass er mit dem niedergeschriebenen Urteil noch wahnsinnig gut weg kam. Dafür taten die Kommentatoren auf meiner Seite ihr Übriges. Sie ließen ihrer Meinung freien Lauf. Da wurde über seine Zähne hergezogen, seinen platten Humor und so weiter. Alles blieb im Rahmen.
Doch dann erhielt ich eines Tages folgende Mail: „Sehr geehrte Bloggerin Laura, in Ihrem Blog, das unter der Adresse … zu erreichen ist, äußern Sie beleidigende sowie unwahre Tatsachen über Herrn …. . Das ist ein Verstoß gegen die Persönlichkeitsrechte von Herrn …. . Hiermit erhalten Sie Gelegenheit bis MORGEN, 13. OKTOBER, 08:00 VORMITTAGS Ihre Webpublikation dahingehend abzuändern, dass die Persönlichkeitsrechte von Herrn …. nicht verletzt werden. Dadurch vermeiden Sie u. Umstd. erhebliche Kosten“.
Ich war beeindruckt. Eine locker-leichte Einleitung, fokussiert aufs Wesentliche. Die wichtigste Nachricht fett gedruckt, ist beim Prospekt vom Supermarkt-Discounter ja auch immer so. Das macht Eindruck und drückt eine gewisse Härte aus. Und dann nochmal kräftig in die fragile Rechtsabteilungsschublade gegriffen, um am Ende freundlich winkend die Kurve zu bekommen. Ein Meisterstück. Fand ich auch. Und was macht man mit Meisterstücken? Genau! Ab in die Rundablage.
Doch dann bekam ich tatsächlich einen Brief von einer Anwältin. Ob es wirklich eine war, oder Herr …. sich eine Jura-Studentin zurecht gelegt hatte, konnte ich nicht mit Sicherheit sagen. Das Schriftstück hatte auf jeden Fall das Zeug dazu, einen ganzen Abend jedwede Stadthalle im Raum NRW zu unterhalten. Auf Familien-Feiern und im Bekannten- und Freundeskreis ist der Schrieb ein riesen Hit geworden.
Ich war viele Wochen lang der Party-Kracher dank dieses Schreibens, allein: Ich stand in Lohn und Brot, ging also einer echten, geregelten Arbeit nach, hatte andere Dinge im Kopf und keine Zeit, mich mit so einem Gekrams zu beschäftigen. Da kann Herr … natürlich nicht mitreden. Er hat Zeit, sich selbst ausgiebigst zu googlen. – Einerlei. Ich schmiss Text samt Kommentaren raus. Kurz danach wurde meine Seite lahm gelegt. Aber das ging mit Sicherheit nicht auf sein Konto.
Tach!EINMAL 9er Chicken Mc NUGGETS bitte!Neeeein mit Curry Sauce!
NIX DARF MAN!Aber so isses doch okay oder?
Ich dachte echt die buchten mich neben den Wettergott im Knast ein wegen meinem Kommentar.
Du ich RUF dich mal an!;o)
Wahnsinn… ich könnte endlos weiter machen!!!
jaja, reiß mich mal wieder in die scheiße….;O)