Stellen wir uns einmal vor, es gäbe einen Fernsehsender, der eine Castingshow kreiert hätte, in der der Papst vielversprechende Pornostars findet. Kann sich keiner vorstellen, oder? So etwas Ähnliches findet aber jetzt immer montags auf RTL statt. Name: „Mission Hollywood“.
Der nach RTL-Aussage „erfolgreichste deutsche Schauspieler“ Till Schweiger, leitet das Projekt. Quasi der Dieter Bohlen des Film-Geschäfts. Denn der Till durfte ja schon mal in Hollywood … ja, was eigentlich? Den Wagen vorfahren, mal in die Linse blinzeln oder seine Ex-Frau kennen lernen. Till Schweigers größter schauspielerischer Triumph beschränkt sich im Grunde auf die Lindenstraße. „Keinohrhasen“ zählt nicht, weil da eh die ganze Arbeit die Nora Tschirner gemacht hat und jeder, aber auch wirklich jeder von dem Mann mit der schräpigen Stimme und dem muskulösen Oberkörper angenervt war.
Till Schweiger ist und bleibt einfach der unheimlich attraktive Schauspieler mit unheimlich wenig Talent. Ein Keanu Reeves auf Deutsch, mit lediglich zwei Gesichtsausdrücken im schauspielerischen Repertoire. Das ist nicht viel, reicht aber immerhin, um das Gesicht einer Bierreklame zu sein. Er ist halt alt und braucht das Geld. Die jungen Damen, die er -leicht erigiert- anstößige Szenen nachspielen lässt, brauchen wohl auch den einen oder anderen Taler.
Till Schweiger (in der ersten Folge mit seinem ebenso begnadeten Kollegen Heiner-ich-komm-mit-dem-Alter-nicht-zurecht-Lauterbach zusammen) hat von Talentsuche für Hollywood genauso wenig Ahnung, wie der Papst von Pornos oder Franjo Pooth von erfolgreichem Management. Die ganze Sache könnte im Grunde ja ganz ulkig sein, wenn nicht die jungen Damen durchweg den Eindruck machten, dass ihre komplette Existenz von der Schießbuden-Veranstaltung abhängig wäre.
Hoffen wir eben, dass wenigstens einer der Damen die Hand gereicht wird, um aus dem Elend heraus zukommen und die anderen wenigstens mal sagen können, sie wären von Till Schweiger angegrabbelt worden. Wenn man es recht bedenkt ist es ohnehin ein bisschen wie Germany´s next Topmodel -aber mit Sprechen, dafür ohne Heidi. Und das ist doch auch schon was…
Praktikum im Millowitsch Theater würde die Damen weiter
bringen;)
*räusper* …in die kleine familien-geführte kneipe vermute ich…aber immerhin…besser, als auf der straße zu stehen oder schmuck-designerin zu werden, wa?