Bald ist es soweit. Samstag in einer Woche besuche ich eine alte Schul-Freundin in München. Ich finde München beschissen. Die Menschen finde ich blöd, der Dialekt kotzt mich an und dieses Bussi-Chichi war zu Uschi Glas´ Glanzzeiten –irgendwann in den frühen 80ern- gerade noch so akzeptabel. Aber heute?
Heute loben alle das Oktoberfest. Auf dem besäuft man sich mit Bier, das zum Teil noch übler schmeckt als die Bier-Grachtenpisse von den Holländern. Die Damen schnüren sich ihre gemachten Brüste in ihren lächerlich teuren und geschmacklosen Dirndln bis unter den braun gebrutzelten Hals. Die Männer quetschen sich in triste und biedere Wolljäckchen und fachsimpeln über Autos, Golf und Geld. Alle sind wichtig. – Jedes Jahr freut sich die Fernsehlandschaft aufs Neue, weil man so herrlich unaufgeregte Dokumentationen auf und um das Oktoberfest machen kann. Sendezeit en masse und jede Menge freiwillige Komparsen.
Andere loben die schöne Stadt, die einzigartige Architektur. Wenn eine Stadt sonst nichts zu bieten hat, rühmt man die paar alten Kästen, die so rumstehen, macht irgendein Touri-Schild an den Eingang, verteilt Audio-Guides und behauptet irgendeinen nichtigen Kleinkram.
Harald Martenstein schrieb über München folgende weise, mir aus der Seele sprechenden, Zeilen: „Die Existenz von München ist ein Irrtum der Schöpfung. München hat etwas Verkommenes. […]Die Menschen von München reden süßlich und lügen, sobald sie den Mund auftun. Hochnäsigkeit, Hoffart, Geldgier, Geilheit und Tücke haben ihre Seelen zerfressen, Leberkäse hat ihre Körper zerstört. […] Der Fluss von München ist ja nur die Karikatur eines Flusses. Der Fußballverein steht in der Tabelle vorne, weil dies eine Strafe Gottes dafür ist, dass die Menschen sich von ihm abgewandt haben. Es heißt: „Die Deutschen lieben München und wollen mehrheitlich dort leben.“ Unser Volk ist emotional und geistig ganz unten.“
Dass ich trotzdem nach München fliege –und den Brechreiz schon über Nürnberg unterdrücke- hat lediglich mit eben besagter Freundin zu tun. Seit ich weiß, dass sie in München wohnt, kommt mir München nicht mehr ganz so mies und abgehalftert vor. Ein bisschen Köln, ein bisschen Euro-Disneyland-Themenpark-Kulisse, ein bisschen Chemnitz, ein bisschen Champs –Élysées. –Schlimmer wäre eigentlich nur Stuttgart. Und das auch nur, weil ich da tatsächlich keine Seele weit und breit kenne.
Ach Gott, i hoab oan Kloß im Hois….
joa moai! des wollt i net…;O)
Man kann ja auch mal da hinschauen, wo nicht das Klischee haust…ich gehe z.B. in Berlin ja auch weder ins Zille-Museum noch in die “Story of Berlin” und blamiere mich nicht mit zwangsläufig missglückter Dialekt-Nachahme.
Nix für Ungut und viel Spaß in München!
münchen is überall klischée…da nützt auch selektiertes hinschauen nix…
[...] Zu den Kommentaren Gerade gesehen auf einem insgesamt sehr geschätzten blog: München-Bashing. Eigentlich die älteste Sache der Welt, und trotzdem immer wieder gerne [...]
was ich eigentlich mit dem eintrag sagen wollte: es kann ÜBERALL schön sein -solange die richtigen menschen da sind.-und dass es “schlimmeres” als münchen gibt, dürfte ja wohl auch klar sein…:O)
Köln ist auch ganz schön… ohne die UR-Kölner…
“neeeeah bist Du net hier jebore…neeee dann…!”
…und nicht zu vergessen: das wohnen auf der “falschen” rhein-seite…
Heute isset soweit. Munigo zeicht sich von seine beste Seite- et schneit. Und noch nicht mal Kokain.
… naja so Schnee iss ja auch gut um Sachen zu verdecken…
Stop! Stuttgart ist eine wunderschöne Stadt. Und die Menschen sind – nun ja etwas verschroben, aber durchaus liebenswert. Ulrich Kienzle meinte dazu: “Als Schwabe befindet man sich automatisch am anderen Ende der Popularitätsskala. Mich interessiert, woher das kommt. Im Spätmittelalter waren die Schwaben überall als verluderter, versoffener Haufen bekannt. Heute gelten wir als geizig, verbiestert, unfroh.”
Bitte nicht aus Unwissen weiterkolportieren!
okok…gesegnet sind die stuttgarter;O)sonst noch wer? wer will noch mal, wer hat noch nicht?
Dankschee! Ihr Segnung isch oakomma und gud aufgnomma worra! Schreibed se weider so gscheid wie bisher!