Niederdruck vs. Hohlraum

February 13th, 2010 § 0 comments

Trinken Sie sich hin und wieder auch ein Gläschen Tomatensaft? Aber nur im Flugzeug? Dann gehören Sie zu den Menschen, die dem Niederdruck im Flugzeug hoffnungslos erlegen sind. Denn der sorgt dafür, dass der Tomatensaft in der Luft irgendwie besser schmeckt. Wissenschaftler haben nun festgestellt, dass die Geruchs- und Geschmacksschwelle bei niedrigem Druck angeblich höher liegt. Insgesamt sei dies in etwa so, als habe man einen leichten Schnupfen. Deswegen riecht wahrscheinlich das überteuerte Parfüm-Wässerchen aus dem Duty-Free Sortiment besser und das drittklassige Bord-Essen findet man geschmacklich plötzlich auch ganz ok. Gott sei Dank haben sich die bayrischen Wissenschaftler in monatelanger Kleinarbeit um dieses Phänomen gekümmert, weder Mühen noch horrende Forschungsgelder gescheut, um all jene zu rehabilitieren, die man sonst über den Wolken wohlmöglich leichtfertig als Tomatensaft-Wichtigtuer abgetan hat. Aber wie kommt es nur, dass Menschen, die in Gruppen fliegen, sagen wir beispielsweise eine Kegeltruppe oder eine Herren-Fußballmannschaft, mit dem Einstieg in ein Flugzeug reflexartig sämtliche Ballermann-Hits zum besten geben, Bier wie Wasser trinken und der Stewardess unaufhörlich Zweideutigkeiten unter dem Kichern der Mitgereisten an den Kopf werfen? Gruppen-Hohlraum-Versiegelung nennt man das glaube ich. Vielleicht hat ja auch das etwas mit dem Niederdruck zu tun. Wenn das Reinhard Mey wüsste…

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