Wenn man jemanden unbedingt nicht sehen möchte, kann man gewiss sein, dass man ausgerechnet diesem jemand begegnet. Selbst, wenn man am Nordpol unterwegs wäre. Wenn man sich dann begegnet, können ein paar Schritte an diesem jemand vorbei länger und zeitraubender sein, als ein New York Marathon. Zumindest kommt es einem so vor.
Der erste Schritt ist noch ganz leicht. Die Augen sehen, das Gehirn denkt. Der zweite Schritt wird schon etwas stockender. Das Gedächtnis bekommt plötzlich Schluckauf und das Herz reagiert mit starkem, unkontrolliertem Pochen. Der dritte Schritt lässt die Schultern einfallen, den Kopf ducken und den Blick senken. Der vierte Schritt ist entscheidend. Denn da wird hinterfragt und das Ego je nachdem gestärkt oder geschwächt, während der ganze Körper im Zitter-Zustand feststeckt und der Kreislauf sich noch nicht ganz schlüssig ist: Fallen oder Steigen. Der bloße Gedanke an einen fallenden Kreislauf bringt selbigen wieder in Schwung, denn alles wäre besser, als ein Spontan-Kollabieren. Bitte keine Peinlichkeiten in diesem Moment!
Heute habe ich nach dem vierten Schritt, nach Befragung meines Gewissens, den Kopf gehoben, den Blick geschärft und mich und meine Schritte groß gemacht. Ich bin nicht gerannt oder gestolpert. Aufrichtige Gleichgültigkeit mischte sich in die letzten Schritte, ein kleines Lächeln huschte mir gar über das angespannte Gesicht.
Als es vorbei war und die anderen Schritte nicht mehr zählten, kamen die Zweifel-gerade rechtzeitig.
Sehr schön geschrieben …
Die Wahrscheinlichkeit das mir das passiert hier auf der Arbeit NUR bei einem Gang
aus Klöchen ist sehr sehr hoch…aus jedem “Loch” kann einer raus huschen…;)
Werde jetzt den bösen “Blick” trainieren…;)