Ich hatte mal einen guten Freund, der mir ins Auto gekotzt hat. Nachdem er sein Innerstes also auf die Polster und bis in die letzte kleine Ritze der kompletten Rückbank verteilt hatte, grabschte er mir bei Tempo 120 von hinten an die Schulter und lallte mit Bröckchen im Mundwinkel: „Tschuldigung“. Ich hätte ihn am liebsten an der nächsten Raststätte angeleint. Nach diesem Vorfall sind wir irgendwie nie wieder auf einen grünen Zweig gekommen. Jeden Tag in diesem Sommer, stieg ich in ein Auto, das nach altem Joghurt oder ranziger Milch stank.
Seit heute habe ich ein ähnlich problematisches Verhältnis zu meinen Lieblingsblumen: Galdiolen. Die in der Top 3-Liste gleich vor den Bartnelken und Ranunkeln rangieren. Oder besser: rangierten. Als ich heute die Tür aufschloss und mein luftig-leichtes Wohnzimmer betrat sah ich das Malheur, an dem mein Kater wohl nicht ganz unschuldig war. Zumindest schlich er wieder so seltsam um meine Beine und schaute in die gleiche Richtung, so als ob er hätte sagen wollen: „Na, was ist das denn für eine Sauerei!“
Die große Vase mit den Gladiolen hatte es sich am Boden gemütlich gemacht und vorher dem frisch gepolsterten Sessel einen kleinen Besuch abgestattet. Jetzt verbreitete das abgestandene Blumenwasser, das sich artig unter meinem alten Küchenschrank versammelte einen Duft aus Kotze und Friedhofsvasenwasser. Ich hätte ausflippen mögen. Eine geschlagene Stunde dauerte es, bis ich alles halbwegs wieder in Ordnung hatte. Allein der Gestank wollte nicht weichen. Ich war schon drauf und dran den Sessel aus dem Fenster zu schmeißen.
Doch: Schwestern, dieser Welt vereinigt euch! Meine mittlere Schwester häuft –wie sie meint- unnützes Wissen an. Aus diesem reichhaltigen Fundus ließ sie mich wissen, dass im Flugzeug bei derartigen Gerüchen die Stewardessen Kaffeepulver auf den Stellen verteilen. Es riecht jetzt zwar wie bei Starbucks hier, aber immerhin noch besser, als das andere.
Mit Gladiolen bin ich sowas von durch…