February 28, 2008

Stopfleber- Ich könnt´ kotzen!

“Krebse haben es gern, lebendig gekocht zu werden. Das ist kein Witz, wie häufig kann man das hören und hat es schon selbst gesagt. Der Mensch besitzt die Eigenschaft, Leiden, die er nicht sehen will, auch nicht zu sehen. Und Leiden, die von ihm selbst verursacht werden, will er nicht sehen … Krebse haben es gern, lebendig gekocht zu werden.” Wie seltsam, dass schon Lew Nikolajewitsch Tolstoi dieses Phänomen zu seiner Zeit erkannt und es zu Papier gebracht hat.

Leider passiert das in der heutigen Zeit weniger. Als Mensch, der über das, was er isst gründlich nachdenkt und anschließend beschließt Vegetarier zu werden, macht sich das Gros lustig. Statt sich zu fragen, ob man in der Lage wäre, das, was man essen möchte selber zu jagen, zu töten, zu zerlegen und zuzubereiten, wird herzhaft zugelangt und sich gedacht: “Is ja eh schon tot. Mir doch egal”.

Umso erfreulicher ist es, dass sogar Prince Charles nun Front gegen solch abartigen Unappetitlichkeiten wie Gänsestopfleber macht. Seinen Küchenchefs wurde untersagt diese Spezialität auf den königlichen Tisch zu bringen. Außerdem will der Prinz die königliche Empfehlung für eines seiner bevorzugten Delikatessengeschäfte überprüfen lassen, da dieses Gänsestopleber im Sortiment führt. Auch eines der bekanntesten britischen Restaurants hat letzte Woche die Stopfleber aus seinem Menü gestrichen.

Die Produktion von Foie Gras ist in Großbritannien schon längst verboten, der Import jedoch zulässig. In letzter Zeit wird der Protest gegen diese Spezialität jedoch immer lauter, nicht zuletzt wegen der unvorstellbaren Tierquälerei, die dahinter steckt: “Jährlich werden alleine in Frankreich etwa 15 Millionen weiblicher Küken direkt nach der Geburt am Fließband aussortiert und lebend in den Schredder geworfen, da für die Foie gras Produktion nur Erpel verwendet werden, s. Video: http://www.stopgavage.com/enquete/video.php.

In großen Industriehallen werden Tausende von Vögeln in enge Käfige eingepfercht. Sie können weder aufstehen, noch sich umdrehen oder auch nur die Flügel ausstrecken. Mit einem langen Metallrohr, das ihnen gewaltsam durch die Speiseröhre in den Magen gestoßen wird werden die Tiere gestopft, so dass die Leber in nur 2-3 Wochen auf das 10-fache ihres normalen Gewichts anwächst: Atemnot, Halsverletzungen, Knochenbrüche, Leberzirrhose, Herzversagen, Nierenversagen und Leberblutungen. Alleine in Frankreich sterben jedes Jahr 1 Million Gänse an den Folgen des Stopfens.

Bei der Schlachtung werden die Vögel kopfüber an den Füßen aufgehängt und auf dem Fließband in ein Elektrobad getaucht. Vögel die ihre Köpfe einziehen bleiben unbetäubt und ihnen wird bei vollem Bewusstsein die Kehle durchgeschnitten. Fotos: http://www.stopgavage.com/photos.php” (Quelle: Peta)

Wer was dagegen unternehmen will, findet E-Mail Adressen auf der Peta-Seite …

9 Comments

  1. Sigrid Stark says:

    Zitat aus der Antwort von Familie R. am 20.12.2008,
    der Betreiber des Restaurants ***, auf meine Bitte, Stopflebergerichte wieder von der Speisekarte zu nehmen:

    Servus Frau Stark
    Vielleicht verzichten Sie auch mal auf ein Medikament für das Tiere ihr Leben lassen, aber uns Menschen das Leben erträglich machen könnte. Wissen Sie Frau Stark – uns Köchen die nur um das Wohl unserer Gäste und Mitarbeiter besorgt sind, mit solchen E-Mails das Leben schwer zu machen – gelingt nicht. Ich stehe dazu. Solange Gänsestopfleber nicht vom Markt genommen oder verboten wird, wird dies ein Bestandteil unserer Gourmetküche bleiben, da ich auf diesen Gästekreis der diese Leber mit Genuß verspeist, auch aus wirtschaftlichen Gründen nicht verzichten kann.
    Und nun würde ich Sie bitten uns oder andere Kollegen mit Ihrer Hetzkampagne zufrieden zu lassen. Wir tun nichts verbotenes.
    Herzlichst
    Fam. R.

    [Namen aus dem Kommentar gelöscht]

  2. Laura says:

    Was soll man dazu sagen? Außer vielleicht: Die Menschen sind krank und das Schlimme daran ist: Sie merken es nicht einmal…-Ich finde es gut, dass Sie die Mail geschrieben haben, auch wenn man dann jetzt vielleicht enttäuscht und auch ein bisschen entsetzt denkt: Hat ja eh nichts gebracht. Ich würde gern dieser Familie auch noch mal das ein oder andere schreiben wollen und einige andere Leser hier bestimmt auch…

  3. Sigrid Stark says:

    Bitte, tun Sie sich keinen Zwang an: Die Website des Restaurants samt Speisekarte und (E-Mail-)Adresse: www. [*entfernt*] .de

  4. Sigrid Stark says:

    Leider ist meine gestrige Antwort nicht freigeschaltet worden.
    http://www.*entfernt*].de – info@[*entfernt*].de

  5. Sigrid Stark says:

    Falls es interessiert – ich hatte Herrn R. nochmals geschrieben, seine erneute Antwort ist wieder sehr erhellend:
    ——————
    Sehr geehrter Herr R.,
    huch, wie aufgeregt!
    Vielleicht hätten Sie mein Schreiben einmal richtig lesen sollen, bevor Sie völlig unnötigerweise unter die Decke gehen.
    Wir sind doch keine militanten Veganer! Und was Ihre aus- und abfälligen Bemerkungen zu Medikamenten sollen, ist mir nicht ersichtlich. Offenbar stellen Sie jeden, der sich über die Herkunft von Lebensmitteln Gedanken macht, automatisch in die Extremisten-Ecke.
    Aber Gänsestopfen ist nunmal tierquälerisch und in Deutschland verboten (die Einfuhr der Produkte nicht), und nichts anderes hatte ich Ihnen geschrieben. So etwas gehört ebensowenig auf eine Speisekarte wie Walfleisch, Schildkrötensuppe oder Froschschenkel.
    Mir zu unterstellen, ich hätte Sie etwas “Illegalem” beschuldigt, ist unrichtig und unfair.
    Was mich aber wirklich irritiert ist Ihre aggressive und unfreundliche Antwort, die geradezu beschimpfend und beleidigend ist. Wie kommen Sie darauf, mir eine “Hetzkampagne” zu unterstellen oder anzunehmen, dass ich “andere Kollegen” belästige?
    Etwas mehr Gelassenheit und sachliche Auseinandersetzung bitte – sonst begeben Sie sich nämlich dorthin, wo Sie uns offenbar fälschlich vermuten: Auf eine Ebene mit ideologisch verbrämten Tierschützern.
    Mit freundlichen weihnachtlichen Grüßen,
    Sigrid Stark

    #Antwort###########

    S.V.Frau Stark
    Schön für sie das Sie im Urlaub so viel Zeit haben um sich um solche Belange zu kümmern. Für uns Gastronomen ist dies erfreulicherweise eine sehr arbeitsreiche Zeit. Ich akzeptiere nicht Situationen die mir die Zeit stehlen. Ob sie nun alle Gäste in Ihrer Unterkunft gegen uns aufhetzen, dies bei der Gemeinde oder im Internet veröffentlichen wollen ist letztlich ihre Entscheidung.
    Ihr Problem wird nur sein, das Sie in Zukunft in fast keinem der führenden Restaurant Deutschlands speisen werden können. Lesen Sie mal den Gault Millau die “BIBEL” für Gourmets in Deutschland. Da wird dieses krankhafte Organ in fast jedem der Besten aufgeführten Restaurant angeboten.
    Gerne heißen wir sie natürlich in Zukunft in unserem Haus willkommen und wünschen ihnen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch im schönen Oberallgäu.
    mfg
    G.R.

    [Namen entfernt]

  6. Sigrid Stark says:

    Weiß ja nicht, warum Name und Restaurant oben entfernt wurden – der Herr ist ja stolz auf seine Speisen, “steht dazu” und veröffentlicht es auch auf seiner Website. Es gibt ja auch nicht viele Sternerestaurants im xxxxx, insb. xxxxxx…

  7. Laura says:

    zum einen ist das hier ein privates blog und ich muss in letzter konsequenz für das, was sie hier veröffentlicht haben (ob das nun stimmt oder nicht) meinen kopf her halten. zum anderen existiert so etwas wie -manche empfinden das als lächerlich altmodisch- ein briefgeheimnis. für das verletzen dieses müsste auch widerum ich gerade stehen. -wenn sie ihr eigenes blog aufmachen, können sie dort schreiben, was sie wollen. ich möchte keine verantwortung dafür übernehmen.

  8. Sigrid Stark says:

    Hallo Laura,
    ganz so stimmt das nicht. Verantwortlich ist primär immer der Schreiber. Außerdem ist alles, was hier stand oder steht, durch das Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt, keine Sorge. Es sind ja keine Beleidigungen usw. gewesen, und der gute Herr hat ja geschrieben, daß es meine Entscheidung sei, es zu veröffentlichen – das ist de facto die Erlaubnis.
    Der Briefgeheimnis gilt für verschlossenen schriftliche Botschaften, zB beim Postgeheimnis ein Brief. Ob der rechtmäßige Empfänger den Brief nach dem Öffnen weiteren Leuten zeigt oder nicht, ist egal, jedenfalls was das Briefgeheimnis betrifft. Für diesen Fall, beim E-Mail, gilt allenfalls das Fernmeldegeheimnis, und das auch nur, bis der Empfänger das Mail erhalten hat und entscheiden kann, was er damit tut, soweit es ihm vom Absender erlaubt bzw. nicht untersagt wurde.
    Aber, egal, ich habe das auch noch woanders gepostet, wird sich leicht finden lassen.

    P die Rechenaufgabe funktioniert grundsätzlich erst beim zweiten Mal!

  9. Laura says:

    wie gesagt: statt sich professioenll dem posten zu verschreiben würde ich doch empfehlen ein eigenes blog aufzumachen -zumal sie sich ja anscheinend sehrsehr gut mit ihren rechten auszukennen scheinen.

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