February 8, 2009

Tag am Meer

Am Meer ist es schön. Gerade jetzt. Denn zu dieser eher kargen Zeit und bei einer steifen Brise, die einem ums blasse Näschen weht, hat man den Strand beinah für sich. Keine quengelnden Blagen, keine Väter, die den Drachen des eigenen  Kindes in die Gewalt gebracht haben und über die ausgebreitete Decke hinweg stolpern. Keine Halbstarken, die mit Spirituosen bepackt herumpöbeln. Keine Rentner, die das Kofferradio mit NDR 4 laut aufgedreht haben. Keine Strandkorb- und Strandzeltevermieter, die schlechtgelaunt in der Bildzeitung schmökern und sich währendessen knusprig braun braten lassen. Keine selbstverliebten Rettungsschwimmer mit Goldkettchen, die sich zu kleinen, minderjährigen Mädchen aufs Handtuch lümmeln. Keine keifenden Mütter, die dem Kind sagen, es solle Löcher buddeln, bis man schließlich beinah droht selbst in einem solchen zu verschwinden.

Es lässt sich aushalten im Februar an der Küste. Man geht unbeirrt über den nassen Sand, hängt seinen Gedanken nach, sieht den Austernfischern und Sanderlingen beim geschäftigen Treiben zu, erfreut sich der gut durchgepusteten Bronchien, des manierlichen Wetters und trifft schließlich auf ganz entzückende Einzelschicksale:

 Einzelschicksal am Meer

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