Ich kannte mal jemanden, der behauptete, er hätte sich Fußpilz in einem Hotelzimmer zugezogen. In welchem konnte er allerdings nicht mehr genau sagen, da er stets barfuß in den Hotelzimmern dieser Welt unterwegs sei. Für mich als Pingel und Frau von und zu Etepetete eine schier unvorstellbare Angelegnheit. Nicht im Traum käme ich auf die wahnwitzige Idee über Jahrzehnte alte, vollgesiffte Teppiche mit nackigen Füßen zu laufen. Aber manche Menschen sehen das nicht so eng und fühlen sich, sobald sie die Tür eines Hotelzimmers geöffnet haben heimisch, während ich erst einmal das Sagrotan-Fläschchen zücke (unabhängig von der Sterne-Anzahl).
Mit den sogenannten “Landeskategorien” kenne ich mich dementsprechend hervorragend aus und weiß deshalb, dass fünf Sterne in Griechenland, Tschechien oder im Zentrum von New York nichts zu heißen haben. Die Putzfrauen benutzen ohnehin fast überall auf der Welt für eine Etage auch nur EINEN Lappen. Und von den durchgemilbten, mit Urin und anderen Körperflüssigkeiten besudelten Matratzen ganz zu schweigen. Jeder Mensch schwitzt nun einmal in der Nacht mindestens einen Liter aus und der muss schließlich irgendwo bleiben -auch in teuren Hotels.
Doch was mir nun demnächst in einem Hotel in Hamburg bevorsteht, ist selbst mir noch nie untergekommen. Da heißt es in der Fax-Bestätigung ganz nonchalant: “Das Zimmer hat ein externes Bad, welches dem Zimmer schräg gegenüber liegt. Dieses Bad ist exclusiv für den Gast.” Nervös überlegte ich, ob ich aus Versehen in einer Jugendherberge gebucht hatte, was mir die nette Dame am Empfang allerdings telefonisch nicht bestätigen konnte. Sie seien eben ausgebucht und hätten nur noch dieses Zimmer im Angebot. Ich hätte natürlich das Zimmer stornieren können, aber irgendwie überkam mich plötzlich die Abenteuerlust. Ich stellte mir vor, wie ich des Morgens verschlafen und mies gelaunt in einem Dittsche-Bademantel und Adi-Letten an den anderen Gästen vorbei über den Gang schluffe, in meinem externen und exklusiven Bad verschwinde und somit das Tuschel-Potential am Frhstücks-Buffett ankurble, frei nach Oscar Wildes Motto: “Es gibt nur ein Ding auf der Welt, das schlimmer ist, als daß die Leute über einen reden, und das ist, daß die Leute nicht über einen reden.”
- Hamburg, ich komme!