Theodor Fontane hat einmal gesagt: „Bücher haben Ehrgefühl. Verleiht man sie unachtsam kommen sie nie wieder zurück.“ Diesen Spruch schrieb ich an mein erstes Bücherregal mit Edding. Zum einen aus Wut darüber, dass ich Dennis mein geliebtes Akte X Buch geliehen hatte (ich war damals 13) und er dies nicht wieder rausrückte. Zum anderen aber auch als Warnung, für den Fall, dass jemand auf die Idee kommen könnte, sich ein Buch von mir leihen zu wollen. Es sollte ruhig jeder sehen, wessen Geistes Kind ich war. -Mein Regal verließ nie wieder ein Buch in fremde Hände.
Das mit dem Leihen ist ein generelles Problem. Manche Menschen leihen sich Dinge, die dann nach Monaten –wie selbstverständlich- ohne Vorwarnung direkt in ihren Besitz übergehen. Auf diese Weise habe ich schon allerlei Dinge unwiederbringlich verloren. Wie gern würde man anlässlich solcher Unverschämtheiten die dazugehörigen Verdächtigen (angebliche Freunde oder Bekannte) wahllos verleihen –zum Beispiel als Austausch-Häftling nach Guantanamo.
Ein aktuelles Beispiel, wie Freundschaft aufgrund solcher Vorkommnisse in grenzenlosen Hass umschlagen kann, habe ich gerade im Angebot. Gut, der Ehrlichkeit halber muss ich zugeben, dass dieser Freund schon weit vorher, bei meinem gewissenhaften und äußerst gründlichen Freundeskreis-Hausputz im Januar, mit dem anderen ranzigen Zeug in der Restetonne gelandet ist.
Dieser Mensch besitzt seit nunmehr einem dreiviertel Jahr ein formschönes Snowboard und ein Paar modische Moonboots von mir. Jegliche Versuche, diese Art von Geiselnahme unblutig zu beenden, wurden von ihm abgeblockt. Aufgrund einer nicht unerheblichen Entfernung, konnte ich bislang noch nicht persönlich vor seiner Tür erscheinen –das hat er mit einkalkuliert.
Womit er allerdings nicht rechnet ist mein Sondereinsatzkommando, dass im Großraum München agiert und in wenigen Tagen und Stunden -schlecht gelaunt- vor seiner Tür erscheinen wird. Ich habe es bislang im Guten probiert, doch jetzt wird der Streichelzoo gegen eine Löwengrube eingetauscht! Dass ich das Brett und die Schuhe im Grunde nicht mehr brauche und total hässlich finde ist hierbei sekundär. Hier geht es um ´s Prinzip. Und wenn ich mir aus beidem nur ein Feuerchen in einer lauen Sommernacht mache, so sage ich aus tiefster Überzeugung und mit dem Glauben an Gerechtigkeit, Ehrlichkeit und allem PiPaPo: Rück das Zeug raus, Du Schurke, sonst schicke ich meine Mutter!!!!!!!!
Stimmt, Bücher verleihen geht so ohne weiteres gar nicht.
Tip: Man lässt den potentiellen Leiher erstmal die Bücher bei sich (also ‘mir’ zuhause) anlesen. Wenn ihn das nicht stört, kann man ihm das Buch für ein paar Kapitel mitgeben und im nächsten Schritt alle paar Tage seinen Fortschritt durch Diskussionen über den Inhalt des Buches evaluieren. Wenn man dann den Eindruck hat, dass er das Buch kontinuierlich weiterliest, kann man hoffen, dass er einen Anflug von Liebhaberei zu Büchern hat. Gibt er dann wöchentlich Rapport über seinen weiteren Fortschritt, kann man annehmen, dass in das Buch vernarrt ist.
Die spontane und unregelmäßige Bitte, das Buch mal kurz vorbeizubringen, um etwas
Wichtiges nachzuschlagen, kann Aufschluss darüber geben, ob der Leiher Eselsohren reingeknickt, oder gar Bolognesesaucenflecken hinterlassen hat. Ersteres ist eindeutig ein Zeichen von Ignoranz gegenüber dem Werk der Drucker und Buchbinder, zweiteres könnte eher ein sich Verlieren im Werk des Autors bedeuten und würde meines Erachtens eher eine strenge Ermahnung, denn den Entzug des geliebten Leseobjektes erforderlich machen – auch wenn es nicht so appetitlich aussieht.
Es ist und bleibt schwierig.
bei dem thema “bücher verleihen” lasse ich nicht mehr mit mir verhandeln. es darf noch nicht einmal mehr ins regal gegriffen werden. deswegen habe ich mit abschließbaren bücherschränken aufgerüstet…über scharfschützen denke ich noch nach.-
Wie kommt man denn von ‘Akte X’ zu ‘Fontane’?
…durch eine einsame jugend…
Ich darf die Bücherregale noch nicht ein mal “scharf” angucken…
Mein Gott wenn Du über Deine Schätze auch noch so Gedanken verloren drüber
streichelst mit diesem Blick…Du bist schon ein wenig irre….;)
Da meine Wenigkeit (auch “Schurke” oder nur “dieser Mensch” genannt) ein Hauptbestandteil des oben angeführten Klageliedes ist, dachte ich mir, dass ich auf diesem Wege doch mal einen freundlichen Gruß aus der Restetonne schicken könnte.
So, als erstes einmal denke ich, dass die Überschrift “verliehen = verloren” nicht ganz auf die Geschichte mit dem Snowboard und den Moonboots (“modisch” habe ich bewusst ausgelassen) passt. Ich habe mir diese Dinge nämlich nie geliehen, sie wurden nach einen Besuch südlich des Weißwurstäquators einfach zurückgelassen. Von Ehre etx und “leave no man behind” wollen wir also gar nicht sprechen. Von einer Geiselnahme kann man also nicht wirklich reden. Und hört man nicht immer wieder, dass sich Geiseln in ihre Geiselnehmer verlieben? Also, mit den Moonboots war das vielleicht nicht gerade der Fall, die wurden direkt exekutiert, aber zwischen dem “formschönen” Snowboard und mir ist mittlerweile doch ein recht angenehmes Verhältnis entstanden. Es ist zwar etwas übergewichtig, aber es kommt ja auf die inneren bzw. in diesem Falle doch auf die äußeren Werte an – es macht sich einfach gut an der Wand in meinem Zimmer. (Keine Angst liebe Laura: es ist immer noch originalverpackt!) Man könnte es aufgrund seines Designs auch super zu einer Bar umfunktionieren…
Also, wie gesagt: Von Geiselnahme kann hier nicht die Rede sein, es gab ja auch nie eine Lösegeldforderung….obwohl mich das auf dumme Gedanken bringt…. hmmm?!
Dass ich jegliche Versuche “abgeblockt” hätte, lasse ich mir ja noch ankreiden und ziehe deshalb hier meinen Hut. Aber dann denke ich mir, dass Du dich bis auf eine SMS (immer noch besser als StudiVZ, haha) auch nicht mehr gemeldet hast und das ganze dann hier ja genau so “abgeblockt” (Wortspiel) hast.
Auch über das Sondereinsatzkommando könnte ich mich vielleicht noch freuen, dann käme endlich mal richtig Feuer in die Bude und ich muss meine Auszugsparty nicht mal selber organisieren. Und Streichelzoo gegen Löwengrube eintauschen? Liebe Laura, bei meinen Nachnamen müsstest Du eigentlich wissen, dass ich mit wilden Tieren umgehen kann….also auch noch kein Grund für mich jetzt nervös zu werden.
Als ich dann aber den letzten Satz gelesen habe, fand ich plötzlich kleine Angst-Schweißperlen auf meiner Stirn wieder. Und deshalb nun an dieser Stelle die Bitte und das Versprechen:
BITTE NICHT DEINE MUTTER!!!!!!!! Ich geb das Zeug ja wieder raus. (An Frau B.: Bitte nicht persönlich nehmen, auch wenn ich bei Ihnen daheim immer einen auf den Deckel bekommen habe, fand ich es immer sehr amüsant. Ich hab ja nen dickes Fell.)
Zur Übergabe kommen Sie bitte allein, keine Polizei! Wenn was schief geht, wird das Snowboard zu 2 Skiern umgearbeitet. Und das wollen wir doch alle nicht!
jaja…der herr b. und :”ich mach mir die welt, wie sie mir gefällt”….ich ließ meine habseligkeiten zurück, da mir versprochen wurde sie würden baldmölglichst zu mir transportiert (das ist schon eine form von ausleihen)…hätte ich gewusst, dass du -durch deine objekt-sexualität gesteuert-nun meinem unschuldigen brett schöne augen machst,hätte ich es freilich nicht vor ort gelassen (und das “übergewichtig” habe ich nonchalant überhört)!!!…naja…du kannst ja per studivz die beziehung zu dem snowboard beenden, bevor du es bei mir ablieferst…das hat irgendwie stil….;O)lg in die restetonne:”haaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaallllllloooooooooooooooooo!” man, das hallt aber ganz schön….-etwa allein da drin??:O)))))))
Laura es wäre auch schwer möglich gewesen neben einem XXL Koffer und einer Reisetasche und Deiner Handtasche noch das Snowboard sich unter den Arm zu klemmen…nach dem “DIESER MENSCH”
es noch nicht ein mal für nötig gehalten hat Dich zum Flughafen zu fahren…ach ja er musste ja arbeiten…*schnief* aber Du bist es ja gewohnt das Herr B. (und AUSGERECHNET IMMER BEI ihm)
sein Handy verliert, seine Handy verlegt sein Handy von einem Zyklopen gestohlen wurde und und und…Mir fällt da nur ein Werbespruch von den Fruchtzwergen ein:
“LEG LOS WERD GROSS!”
Und jetzt fragt man sich natürlich was ICH mich denn da so einmische…na ich MUSS MIR SEIT JAHREN
DIESEN SCHEISS ANHÖREN!;)
jetzt werd doch nicht wieder so dramatisch vor all den leuten hier…
der stumme schrei des herrn b. nach vergebung, ist aber auch irgendwie bißchen rührend…restetonnen immer zur sicherheit mit gaffatape abkleben, dann hört man das jammern nicht so laut!
*PRUUUUUUUUST*