Ich bin eine großer Fan von Verschwörungstheorien. Auf diesem Feld gibt es nur Weniges, das ich als abstrus abtun würde. Zum Beispiel die Theorie, dass Fleurop Lady Diana ermordet hat, um den Blumenverkauf anzukurbeln. Oder aber die These, dass Bill von Tokio Hotel in Wahrheit Nena ist.
Ansonsten glaube ich fast alles: Elvis lebt, Marilyn wurde ermordet und die Bin Ladens und die Bushs sind eine freundschaftlich verbundene Rasselbande …
Welche Theorie mich aber schon seit Jahren nicht mehr loslässt (weil sie im Grunde leicht aufzuklären wäre) ist die über Kaspar Hausers Abstammung. Kaspar Hauser wurde an einem Pfingstmontag im Jahre 1828 in Nürnberg aufgelesen. Der 16-jährige Junge konnte nicht sprechen und sich nur ungelenk bewegen. Er hatte zwei ominöse aber nicht sehr aufschlussreiche Briefe bei sich, die seine Herkunft erläutern sollten. Als man ihm auf der Polizeiwache die Hand führen will, um ein Kreuz unter das Protokoll zu setzen, ergreift er die Feder und schreibt seinen Namen: Kaspar Hauser.
Die Öffentlichkeit fängt an sich nach und nach immer mehr für den seltsamen Jungen und seine Herkunft zu interessieren. Der oberste Kriminologe des Königreichs Bayern, Anselm Feuerbach, nimmt sich schließlich des Falles an. Seine Aufzeichnungen über Kaspar mit dem Titel: Verbrechen am Seelenleben des Menschen, wird das erste grundlegende Werk über den Findling und erscheint 1832. Feuerbach geht den Gerüchten über Kaspars adeliger Abstammung nach. Warum wird dieser Junge nicht vermisst? Und er folgert: “[...], dass ein verschlepptes Kind nur dann nicht als verschollen gilt, wenn es für tot gehalten wird. Will man also Kaspars wahre Identität herausfinden, so muss man ihn unter den Verstorbenen suchen.” Feuerbach kommt der Gedanke jemand könnte das Kind durch ein todkrankes in der Wiege ersetzt haben, das dann darauf stirbt. Er geht zurück bis in das Jahr von Kaspars Geburt, 1812, und forscht in den Stammbüchern aller europäischen Fürstenhäuser nach Fällen von Kindstod. Eine eindeutige Spur führt nach Baden. In Karlsruhe regiert seit Generationen das Geschlecht der Zähringer das Großherzogtum.
Am 29. September 1812 wird im Schloss zu Karlsruhe ein Junge geboren, dessen Eltern die Großherzogin von Baden Stephanie und Großherzog Karl von Baden sind. Nur wenige Wochen nach seiner Geburt, in der Nacht des 16. Oktobers, erkrankt der Thronfolger plötzlich und stirbt kurz darauf aus unerklärlichen Gründen. Der Sarg des namenlosen Säuglings wird in der Familiengruft beigesetzt. Feuerbach glaubt, dass in diesem Sarg jedoch nicht der wahre Thronfolger liegt. Feuerbach beginnt im Generallandesarchiv in Karlsruhe nach einem Jungen zu forschen, der genauso alt wie der Prinz ist und dessen Eltern in Beziehung zum Karlsruher Hof gestanden haben.
In den Geburtenregistern der Jahrgänge ab 1812 findet sich tatsächlich ein Junge, der am 26. September in Karlsruhe geboren wurde. Der Vater war Arbeiter bei Hof und stand im Dienst der Gräfin Louise Karoline von Hochberg. Diese Gräfin hatte ein Motiv für ein Vertauschen der Kinder: Die Hochberger Linie war nicht thronberechtigt, es sei denn alle männlichen Erbfolgeberechtigten der linken, der Zähringer-Linie sterben. Nach dem Tod des Großherzogs von Baden, war also der Weg frei für die Hochberger Linie.
Aus Kaspars weiterem Leben und verschiedenen Begebenheiten könnte man noch mehr Indizien für diese Theorie ableiten. Es sind jedoch allesamt schwache Beweise, die für die Prinzentheorie sprechen würden. Schließlich fußen sie auf den Traum – Erinnerungen Kaspar Hausers und stehen somit unter dem Verdacht erfunden zu sein. Ebenso sind die zwei auf Kaspar ausgeübten Attentate zu bewerten, da es für beide keinerlei Zeugen, außer Hauser, gab.
Erst in der neueren Zeit konnte man bessere Erkenntnisse im Fall Kaspar Hauser gewinnen. 1996 ließ “Der Spiegel” zwei Stoffproben von der blutigen Kleidung Kaspars entnehmen und in unterschiedlichen Genlaboren untersuchen. Dabei wurden die Blutflecken mit dem Blut direkter Nachkommen des Hauses Baden verglichen. Am 25. November trat Stefan Aust vor die Presse: “Das Ergebnis der Gesamtuntersuchung, der Vergleich ist, Kaspar ist nicht der Prinz von Baden. Das wird manche Leute enttäuschen, aber das ist ein eindeutiger Beweis.”
Was Der Spiegel jedoch bei seinen Untersuchungen nicht bedacht hatte war, dass das Blut auf den Kleidungsstücken vielleicht gar kein Blut von Kaspar Hauser ist. Darüber hinaus hätte man sich auch denken können, dass wenn heute Beweisstücke aus der Asservatenkammer verschwinden können, dann ist es vielleicht auch möglich, dass ein 170 Jahre altes Beweisstück irgendwann mal vertauscht wurde.
2001 wird eine neue Untersuchung eingeleitet. Es werden Schweiß- und Haarproben von Kaspars Hut und einigen Haarlocken aus dem privaten Nachlass des Ansbacher Gerichtspräsidenten Feuerbach genommen. Es bestätigt sich das, was man vermutete: Die Blutflecken auf der Unterhose stimmen nicht mit dem genetischen Code der anderen Proben überein.
Schließlich vergleicht man den DNA-Code von einem direkten Nachkommen der Fürstin Stephanie mit dem Kaspar Hauser zugeordneten Code. Hier finden sich in allen wesentlichen Positionen bis auf eine Übereinstimmungen. Bis heute kann man demnach nicht ganz ausschließen, dass Hauser ein biologischer Verwandter zum Hause Baden ist.
Die Lösung des ganzen Rätsels findet sich in der Gruft des Hauses Baden. Der Zutritt wird jedoch bis heute von der Familie Baden niemandem gewährt …
Tut mir leid die Verbindung zum Haus Baden ist erledigt, weil sich zwei mit dem Haus eng verwandte Personen zur Verfügung gestellt haben und es keine Übereinstimmung gab.
Aber die Story ist gut, nur leider wird es keine Aufklärung mehr geben.
Ach so, sowohl die Blut- wie auch die Haaranalyse von Kaspar Hauser führten zum gleichen Ergebnis. Blut und Haare waren von der gleichen Person.
Und was ist mit der Probe von Frau Medinger? Und das mit dem Blut und den Haaren ist mir neu. Wer behauptet das denn plötzlich? Am Ende bleibt aber immer noch der Fakt, dass das Haus Baden keinen in die GRuft lässt. Warum, wenn eh alles klar ist?