Vorsicht, ich eskaliere

March 1st, 2010 § 2 comments

So langsam wird es ja lästig. Diese unsäglichen Ausraster jedweder Fußball-Größen vor laufenden Kameras. Wenn ich mich früher als Kind in einem unsagbaren Anfall von Wut und Rechthaberei an die Türklinke gehangen habe, auf und ab gesprungen bin, hat mich meine Mutter eine Weile hüpfen lassen, mich an den Schultern gepackt und schließlich gefragt, ob sie mir mal den Puls fühlen soll. Meistens war es dann gut. Wenn nicht, hat mein Vater mich unter den Arm geklemmt und mich strampelnder Weise auf mein Zimmer komplementiert.
Solche Möglichkeiten haben Journalisten im TV freilich nicht. So gesehen am Samstag nach dem Spiel Schalke gegen Dortmund auf dem Bezahlsender Sky. Da gab Felix Magath einen Einführungskurs ins sinnlose Randalieren und Pöbeln. Einen Sport-Journalisten Geheimbund gegen Schalke sah der Verschwörungs-Theoretiker gar und verabschiedete sich aus dem Bild, um dennoch weiter wie ein Rohrspatz zu zetern. Zurück blieb ein Sport-Moderator, der sich ganz sicher auf das nächste Interview mit Magath sehr freuen dürfte. Im Journalismus heißt es nämlich leider nur allzu oft: Reiz ihn nicht, denn er könnte eskalieren. Und deswegen muss man sich so manches Mal die ein oder andere Frage verkeifen.
Man sollte stark über Türklinken in Fernsehstudios nachdenken…

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