… ist das zumindest in blutigen Horrorfilmen kein schöner Anblick. Wenn jedoch mit dem Inneren nicht Eingeweide, sondern die geistige Haltung oder Gedanken, Gefühle und Ähnliches gemeint sind, kann das sehr aufschlussreich sein. Ein Freund nahm neulich ganz verstohlen seine Mütze vom Kopf und sagte keine halbe Sekunde später vorwurfsvoll forschend: „Was guckst du so auf meine wenigen Haare?“ Dabei hatte ich eigentlich die ganze Zeit auf die kleine Stubsnase geschaut, die mir schon immer viel zu schön für einen Mann erschien. Dass er wenig, beziehungsweise kaum Haare mehr hat, scheint ihn demnach mehr zu stören, als meine Wahrnehmung.
Warum stellt man sich selbst immer ein so unschmeichelhaftes Zeugnis aus? Warum kann man nicht einfach mal sagen: Naja, ich habe wenig Haare und spare dadurch viel Shampoo, Zeit zum Frisieren und unnötige Friseurbesuche. Warum lenkt man freiwillig die Aufmerksamkeit der Menschen immerzu auf die eigenen äußeren Unzulänglichkeiten und tut dabei so, als hätten die anderen keine? Das ist beinah so, als ob man sehenden Auges in einen Hundehaufen rennt und sich nachher darüber ärgert, dass man Scheiße am Schuh hat.
Es ist absurd und somit leider wieder symptomatisch für die Vollspacken-Gesellschaft in der wir leben, dass man sich für etwas schämt, für das man nichts kann. Und noch absurder ist es sich deswegen minderwertig zu fühlen. Die Früchte dieser Absurdität sind dann in einem solchen Fall peinliche Fiffis, die man auf der Pläte drapiert , oder bunte Truckermützchen.
„Gefallen wollen heißt sich zu erniedrigen,“ hat Gustave Flaubert einmal in einem ähnlichen Zusammenhang sehr schön gesagt. Demjenigen der versucht das Manko zu kaschieren ist nicht wohl dabei und die, die das Manko trotzdem erkennen lachen weiter drüber und zusätzlich noch über den misslungenen Versuch. Schwierig auszumachen, wer hier dümmer von den beiden Parteien ist.
Anders verhält es sich hingegen mit innerlichen Unzulänglichkeiten. Niemand gibt freiwillig und offen zu, dass er charakterliche Schwächen hat, die im zwischenmenschlichen Umgang störender sind, als wenig Haare auf dem Kopf. Hätte dieser Freund an diesem Tag gesagt: „Ich weiß, ich bin unheimlich unzuverlässig, vergesslich und manchmal auch recht oberflächlich“ hätte ich lediglich erwidert: „Stimmt. – Aber dagegen kann man ja was tun.“
Ich bin’s mal wieder!
Da wird ja mal wieder scharf geschossen…..und ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.
Also, fangen wir mal bei den Haaren und der Mütze an: Seid ca 1,5 Jahren trage ich jetzt diese schicke Kurzhaarfrisur, am Anfang nur als Trotzreaktion abgeschoren, dann aufgrund mangelnder “Flächendeckung” obenrum einfach beibehalten. Seitdem ich “so rumlaufe” werde ich von Ihnen mein Fräulein immer mit einem (sagen wir mal) schelmischen Grinsen begrüßt, sobald ich meine Kopfbedeckung abnehme…ich fand’s mittlerweile schon fast lustig, es war ja schon ein Running-Gag. Das ich wenige bzw. kaum noch Haare habe stört mich eigentlich weniger, die Mütze trage ich nicht nur aus Eitelkeit, nein, mir is einfach KALT auf der Glatze, das können Menschen mit bloder, wehender Mähne nach dem Motto “hält bei jedem Wetter” natürlich nicht nachvollziehen. Außerdem habe ich die Mütze auch schon auf als noch alles wild wucherte da oben…mmh, vielleicht is die aber auch der Grund, dass jetzt Kahlschlag herrscht…
Die Argumente Shampoo, Zeit und Friseur benutze ich auch, treffen ja auch voll zu… Ich hab aber noch nen paar bessere, hat mein Vater übrigens auch benutzt:
- Wenn die Intelligenz kommt, müssen die Haare weichen.
- Ein schönes Gesicht braucht viel Platz!
..Wo wir auch schon beim nächsten Punkt wären: meiner STUBSNASE!!! What??? Bisher hatte ich eigentlich immer meine tiefblauen, verträumten Augen (gepaart mit dem Schlafzimmerblick unschlagbar) als mein großes Plus gezählt. Jetzt sehe ich aber meinen Riechkolben in einem ganz anderen Licht.Zum Glück sieht man nach außen nicht, dass das Ding innen drin total Schrott ist und auf der linken Seite kaum noch Luft durch kommt. (Und um dir mal sofort den Wind aus den Segeln zu nehmen: Nein, ich putze sie regelmäßig, sie ist nicht verstopft und Koks is auch nich im Spiel) Warum kommst Du damit erst jetzt hinter Berg hervor, hättest Du mir das nicht schon früher erzählen können, ich hätte mir einige Depressionen erspart.
Nächster Punkt: Keine Bange: ich werde mir niemals einen Fiffi a la Elton John aufsetzen. Da lass ich mir doch eher nen Kranz wachsen und kämme von rechts nach links oder umgekehrt (je nach Windrichtung).
bunte Truckermützchen?? Das Ding is schwarz…
So, und nu zum Eingemachten: Wie kommst Du von Glatze auf “innerliche Unzulänglichkeiten? Und das so fast aus der Luft gegriffen?
Das hier soll jetzt nicht zum Klagelied werden, aber: Dass ich im Moment vielleicht nicht gerade der Zuverlässigste und auch vergesslich bin, trifft durchaus zu. Mir selbst geht das auch auf den Sack und ich versuche es zu ändern. Durch äußere Umstände wie Arbeit (ich seh mein zu Hause nur noch zum schlafen), Uni, Sport, Umzug und einigen anderen Dingen ist mein Leben im Moment stressiger und ich bin beschäftigter als ich mir das selber wünsche. Darunter leiden zur Zeit leider auch solche Dinge wie Freundschaften und Familie. Ich bin nicht besonders stolz drauf, aber auch kein Grund das hier “zu verarbeiten”. Außerdem fände ich es cooler solche Dinge direkt zu klären und nicht auf einem Blog.
“oberflächlich” kann ich nicht ganz nachvollziehen, da wenn man sich nicht so oft sieht, fängt man nicht direkt an sein Herz auszuschütten, wobei ich auch denke, dass das letzte Gespräch mehr als nur oberflächlich war. Ich habe zwar ein total oberflächlichen Satz, den ich manchmal benutze, diesmal konnte ich mich aber zurückhalten. Für diesen Kommentar scheint er mir jetzt aber das richtige Ende darzustellen:
“UND SONST?”
HALLLLLLOOOOOOOOOOOOOO! da nimmt sich einer aber viel zu wichtig!!! die einleitung ist-zugegeben- an deiner person orientiert…aber der rest…..lieber lars, da musst du jetzt gaaaaaaaaaanz stark sein, drehte sich eigentlich ums allgemeine und anderes/andere im speziellen. du weißt doch, dass ich nicht stringent denken kann!!!
Hömma Bärchen—datt iss hier kein Krankenkassenpsychoblog!
Also manchmal kann man Sachen halt besser erklären wenn man ein lebendiges Beispiel hat;)
Aber ich seh schon…mit dem “LEG LOS WERD GROSS”…da ist nicht ein mm dazu gekommen…
Ich drück Dir aufjedenfall gaaaaaanz feste die Daumen das wird schon Junge!!!