Willst du einen Luftballon?

Es gibt immer wieder Umstände, Menschen oder Begebenheiten, die einem manches verleiden. Bei Michel Friedman waren es die Nutten und das Koks, bei Lidl die Kameras, bei Karstadt der Umgangston und bei Weingummi die Beigabe von Schweineschwarte.Das allerschlimmste, was mir jedoch jemals passiert ist und mich nachhaltig verstört hat, war Stephen Kings Es. Ich bin nicht zimperlich in puncto Horrorfilme und denke statt über irgendwelche dort gesehenen Gruseligkeiten, über die kranke und doch schlichte Psyche der Drehbuchautoren nach.

Bei Stephen King macht einen der Fakt stutzig, dass dieser Herr des Gruselns scheinbar selber an seine Monster, Mythen und Mutationen glaubt. Er kann nicht mit offenen Schranktüren schlafen und winkelt die Beine im Bett an, damit ihn das Böse nicht nach unten ziehen kann…Naja, vielleicht ist Stephen King auch nur ein Pseudonym für Steffen König aus Oer-Erkenschwick, der noch bei Mutti wohnt und bei “Schwiegertochter gesucht” abgelehnt wurde…wer weiß, wer weiß.

Auf der anderen Seite kann man aber durchaus Verständnis für so viel Verfolgungswahn haben, angesichts der Figuren, die King entwirft.

Seit ich Es gelesen habe, kann ich nicht mehr in den Zirkus und selbst Ronald McDonald kommt mir wie ein entfernter Verwandter des Kingschen Clowns vor. Mit zitternder Hand nahm ich einmal einen Luftballon von einem Volksfestclown an, in dessen Augen ich scheinbar und in Panik ein rotes Blitzen wahrnahm. Gullydeckeln vertraue ich auch nicht mehr besonders.

Ebenso Hunden, die auf einem Bauernhof herum streunern. Der Rasenmähermann ist für mich real und wohnt neben meiner Schwester. An Verwünschungen von Zigeunern und dergleichen glaube ich mittlerweile ebenfalls und habe aus diesem Grund einen Besen vor meine Tür gestellt. Dicken Frauen mit einer Axt im Haus gehe ich konsequent aus dem Weg, selbst wenn es sich dabei um Verwandte handelt.

Ach es ist ein Graus mit solchen Geschichten. Der Steffen hat mir das Gruseln in Buchform tüchtig vergretzt und mir bleibt fortan nur der Horror in Filmform erhalten. Das ist so schön entspannend, ohne hochtrabende Dialoge, ohne die eigene Phantasie und mit der Option: Kissen vors Gesicht, Schoki in den Mund oder ausschalten.-

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