Ein Zahnarzt hat zu einer mir nahe stehenden Person –die hier nicht näher benannt werden soll- gesagt, dass er für jeden Tag, an dem er seine Zähne noch hat, eine Kerze anzünden soll. Naja, der Zahnarzt war Holländer und die Tulpenknicker sind ja nicht gerade für ihre Freundlichkeit gegenüber der deutschen Bevölkerung bekannt. Und dennoch steckt ein wahrer Kern in dieser Aussage. Die ungepflegten Stumpen im Mund des Betroffenen hätten eines in der Vergangenheit offensichtlich sehr nötig gehabt: Pflege.
Keine Ahnung, warum manche Menschen glauben zur Zahnpflege sei nicht mehr als Meridol oder eine andere Mundspülung nötig. Rätselhaft bleibt auch die Einstellung: Ein Mal am Tag putzen ist besser als kein Mal. Und wer Zahnseide für eine feine Textilart hält, dem ist ohnehin nicht mehr zu helfen.
Schon Frau Treude im Kindergarten hat mich eines Tages ernst zur Seite genommen und mich auf den miserablen Zustand meiner Milchzähne angesprochen. Dafür bin ich ihr heute auch noch sehr dankbar und zeige jedem, der es nötig hat, gern auch unaufgefordert meine Milchzahnsammlung, samt Löchern.
Wenn so ein Abschreckungserlebnis nichts bringt, kann man den Klappermann vorsorglich schon mal beim Zahnlabor seines Vertrauens bestellen und ein paar Taler beiseite legen oder sich aus einem alten Stück Treibholz Zähne wie Stefan Raab schnitzen. Wer Elfenbein (pfui!) auftreiben kann, kann sich beim Schnitzen am Modell Sabine Christiansen orientieren. Vielleicht wäre auch noch eine Karriere auf der Galopp-Rennbahn drin, frei nach dem Motto: „Leute, putzt euch die Zähne, morgen ist Pferderennen!“